Super Mario Bros. 64 für den C64

Nach sieben Jahren Entwicklungszeit war die Portierung des Entwicklers mit dem Pseudonym Zeropaige fertig und somit das Werk vollbracht: Eine Version eines der populärsten Spiele der 80er für den legendärsten Computer der 80er. Klingt zunächst mal gut, allerdings war das Vergnügen nur von kurzer Dauer.

Bereits während der Hochzeit des Commodore 64 wurde von Nintendo eine Portierung von Super Mario Bros. nicht gewünscht. Versuchen wie Giana Sisters von Rainbow Arts schob Nintendo schnell einen Riegel vor. Von Mario Bros. gibt es hingegeben eine genehmigte Umsetzung für den C64. Auch ein Mario Bros. 2 erschien für das System. Dabei handelte es sich im nachhinein betrachtet aber wohl um Ausnahmen. Nintendo wurde im restriktiver und ging dazu über, die eigenen Titel den eigenen Konsolen vorzubehalten. Entsprechend landete das Spiel Super Mario Bros. nie auf dem Commodore 64, trotz der Überzeugungsversuche von Rainbow Arts. Schade natürlich für alle damaligen Besitzer eines C64.

Durch die kürzlich veröffentlichte Version von Super Mario Bros. 64 für den C64 wurde nun eigentlich der Bann gebrochen. Besitzer eines Commodore 64 oder C128 haben sich über die Veröffentlichung des Spiels gefreut. Doch nicht nur sie sollten in den Genuss des Spiels kommen. Die Umsetzung von Zeropaige läuft nämlich auch im C64-Emulator und ist somit zumindest theoretisch für jeden spielbar.

Auf den ersten Blick fällt bei Super Mario 64 auf, dass das Spiel sehr nah am Original gehalten ist. Lediglich die Farben wirken bei der Commodore Portierung systembedingt anders und nicht ganz so farbenfroh wie auf dem Nintendo Entertainment System. Die Steuerung ist Anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings auch einstellbar. Da die CPU des Commodore langsamer ist als die des NES, kommt es bei einigen Szenen, zu einigen Slowdowns. Die gibt es aber bekanntlich teils auch bei der originalen Version. Bei einem C128 oder verwendet man eine Turbokarte oder SuperCPU besteht die Problematik nicht mehr in der Ausprägung als beim C64.

Leider zeigte man sich bei Nintendo wenig begeistert von der technisch durchaus beeindruckenden Umsetzung. Das kostenlos angebotene Spiel verschwand recht schnell wieder von den gängigen Downloadportalen, nachdem Nintendo auf seine Rechte pochte. Der kommerzielle Verlust für Nintendo durch die Veröffentlichung von Super Mario 64 dürfte dabei sehr überschaubar sein. An eine offizielle Veröffentlichung einer Variante für Super Mario Bros. für den Commodore 64 glaubt wohl niemand mehr. Allerdings ist Nintendo bereits bekannt davor, wenig für Fanprojekte übrig zu haben, welche die eigenen Juwelen betreffen. Super Mario 64 wird also nicht das letzte Fanprojekt gewesen sein, welches Nintendo beendet hat.

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