Die 25 besten Spiele für den Commodore Amiga

Willkommen bei unserer Amiga Top 25 Bestenliste. Wie auch bei allen anderen Bestenlisten auf PlayerOne.de, so gilt auch bei dieser hier für die besten 25 Amiga Spiele, dass die Auswahl natürlich rein subjektiv ist. Zu jedem der 25 Spiele, welche es in diese Liste geschafft haben, gibt es natürlich auch eine kurze Beschreibung des jeweiligen Titels, inklusive der wichtigsten Merkmale die das Spiel ausmachen.

Wir sind uns auch immernoch nicht sicher, ob man die Liste wirklich die 25 besten Spiele für den Amiga nennen sollte oder doch lieber 25 Amiga-Spiele, die man gespielt haben muss. Wir kennen nämlich definitiv nicht alle Spiele für den Amiga, weshalb uns auch der ein oder andere erstklassige Titel durchgegangen sein kann. Aber wir haben uns jetzt mal mit diesem Titel für den Beitrag arrangiert. Bei der Gelegenheit wollten wir auch noch anmerken, dass Spiele, welche einen AGA-Chipsatz benötigen bewusst nicht in unserer Bestenliste vertreten sind.

Es fiel nicht leicht eine Auswahl der besten 25 Spiele für den Amiga zu treffen. Wahrscheinlich wäre es leichter gewesen eine Top 100 Liste zu erstellen, da man dann nicht so viele Titel außen vor lassen muss. Die Liste wurde außerdem diverse Male umsortiert und einzelne Spiele sind auch nochmal aus der Liste genommen und andere hinzugefügt worden. Soll heißen: Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht und viel Zeit dafür verwendet diese Liste und die zugehörigen kurzen Reviews der einzelnen Titel zu erstellen.

Los geht’s:

 

25. Shadow of the Beast (1989)

Shadow of the Beast

Das Studio Reflections Interactive galt zu den Hochzeiten des Amigas als eines der besten Studios für zweidimensionale Spiele des Plattform Genres. Der Titel Shadow of the Beast stellt dabei einen der Höhepunkte von Reflections Interactive dar. Als Publisher diente Psygnosis.

In der etwas überdimensionierten Packung der UK-Version von Shadow of the Beast befanden sich neben zwei Disketten und der Anleitung auch ein T-Shirt. Nettes Gimmick. In der deutschen Variante mit kleinerer Verpackung suchte man das allerdings T-Shirt vergeblich. Auf den zwei Disketten, welche man in der Packung findet, wird dem Spieler einiges geboten. In 350 Bildschirmabschnitten, welche auf 12 Level aufgeteilt sind, warten auf den Spieler 132 verschiedene Monster. Woher wir das mit den 350 Bildschirmabschnitten so genau wissen? Steht im Handbuch, welches ebenfalls in der Box lag. Dort steht übrigens auch, dass die Entwicklung des Spiels neun Monate lang dauerte.

Die Besichtigung der Level verkommt zum wahren Augenschmaus. Neben der sehr schönen Farbgestaltung ist gehört auch das Scrolling in eine Klasse für sich. Zwar funktioniert das Scrolling auf mehreren Ebenen exzellent, dafür ruckelts aber manchmal bei der vom Spieler gesteuerten Figur ein wenig. Sehr schön sind auch die Teils sehr großen Gegner anzusehen.

Zudem ist der Titel ziemlich schwer und das Gameplay ist nach einiger Zeit leider etwas zu eintönig. Vom Spieler wird zudem schnelles ein Reaktionsvermögen verlangt. Manche Gegner schießen nämlich förmlich in den Bildschirm, was etwas teils unfair wirkt. Schade, denn irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass der Titel hätte noch einiges mehr an Potential geboten hätte. Grafisch allerdings sicher einer der besten Titel auf dem Amiga, spielerisch allerdings leider noch ausbaufähig.

Dafür kann der Soundtrack von David Whittaker überzeugen. Und das nicht nur im Intro, sondern auch die in den Levels ertönenden Melodien sind abwechslungsreich und nett anzuhören.

Trivia
Eine Portierung der Amiga-Version von Shadow of the Beast für das Super Nintendo unter dem Namen Super Shadow of the Beast war bereits in der Entwicklung und wurde auch auf der CES im Sommer 1992 gezeigt. Das Spiel hat es allerdings nie bis in die Ladenregale geschafft.

 

24. Leisure Suit Larry III: Passionate Patti in Pursuit of the Pulsating Pectorals

Leisure Suit Larry III: Passionate Patti in Pursuit of the Pulsating Pectorals

Im dritten Teil der Serie aus dem Hause Sierra hat Larry Laffer gerade eine ebenso frische wie abrupte Scheidung hinter sich und ist somit mal wieder auf der Suche nach der großen Liebe. Schlimmer noch, auch seinen Job ist Larry los. Die ehemals einsame und unberührte Insel Nontoonyt aus dem Vorgängerteil der Serie, auf der Larry inzwischen wohnt, hat sich quasi über Nacht in ein Touristenparadies verwandelt. Auch wenn es sonst nicht so besonders läuft für Larry, trifft er immerhin seine alte Freundin Patti, welche der Spieler in diesem Abenteuer auch steuern darf. Viel mehr wollen wir dann von der Story auch nicht mehr verraten, außer dass das Spiel einige unvorhergesehene Wendungen nimmt und auch mit fortschreitender Spieldauer nicht langweilig wird. Natürlich enthält das Adventure auch wieder den speziellen Humor, welcher bei Spielen mit Leisure Suit Larry nicht fehlen darf. Mag man diesen nicht, mag man auch die Spiele der Larry-Serie nicht.

Aus technischer Sicht hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht allzu viel getan, die Grafik macht einen bisschen etwas hübscheren und die Musik macht einen aufgepeppten Eindruck. Besonders die Animationen sind ganz nett anzusehen. Sowohl die Grafik als auch die musikalische Untermalung haben aber Luft nach oben, befinden sich aber auf gutem Niveau. Der Parser ist nach-wie-vor nicht der Beste. Daher besser die englische Variante des Spiels spielen. Die deutsche Fassung hat leider ein paar zusätzliche Stolpersteine. Das Spiel kommt auf fünf Disketten und hat natürlich auch wieder die schon obligatorische Altersüberprüfung mit an Bord. Spielen darf nur, wer durch die richtige Beantwortung von Fragen aus einem Pool seine Volljährigkeit nachgewiesen hat. So war es zumindest bei den vorhergehenden Teilen der Serie. Beim dritten Teil ist es etwas anders. Hier beendet sich das Spiel nicht automatisch, wenn man bei den Fragen versagt, sondern man spielt dann eine entschärfte Version des Spiels, da das Programm nun davon ausgeht, dass man minderjährig ist.

Trivia
Im Spiel kann man auf den Programmierer der Larry-Serie, Al Lowe, treffen.

 

23. Worms (1995)

Worms

Mit der Veröffentlichung von Worms einscheint auf dem Amiga im Jahr 1995 ein weiteres Spiel, das einen Suchfaktor ähnlich dem des Spiels Lemmings aufweisen kann. Worms kann man 5 Minuten spielen oder auch 5 Wochen. Auch wenn das zu Grunde liegende Spielprinzip spätestens seit Ballerburg jedem bekannt ist, macht das Spiel dennoch ungemein Spass, vor allem natürlich auch, da man im Mehrspieler-Modus mit bis zu vier Spieler gegeneinander Antreten kann.

Sich gegenseitig von der Karte zu fegen ist natürlich viel unterhaltsamer, wie der Singleplayer-Modus. Dennoch ist auch dieser nicht schlecht, aber eben lange nicht so unterhaltsam wie der Multiplayer. Grafisch muss sich Worms natürlich nicht verstecken. Der Titel erschien erst im Spätherbst des Amiga. Daher darf man was die Grafik angeht auch ein bisschen mehr erwarten, wie von einem Spiel das in den Anfangsjahren des Amigas entwickelt wurde.

Das Spiel, dessen Level zufällig erstellt werden, ist übrigens rundenbasiert. Zum eliminieren der Würmer (die eigenen eingeschlossen) stehen zahlreiche Waffen zu Verfügung. Zielt man ungenau oder verunglückt ein Schuss, kann das auch schnell einen der eigenen Würmer das Leben kosten. Dadurch, dass das Leveldesign zufällig ist, kann man hier wenn man Glück hat einen strategischen Vorteil haben, indem die eigenen Würmer gut plaziert sind. Neben den Waffen, welche auch die Landschaft in Mitleidenschaft ziehen können, kann man die Position der eigenen Würmer beispielsweise verbessern indem man diese eingräbt. Strategische Stilmittel sind als mehr als genügend vorhanden, Kapitän Zufall spielt allerdings auch immer mit.

Abhängig vom der Arbeitsspeicherausstattung des Amigas, bekommt man die Kommentare der Würmer zu hören. Mit weniger als 2MB RAM ist die Sprachausgabe eher dürftig. Hintergrundmusik sucht man leider vergeblich.

Trivia
Die erste Vorabversion von Worms trugt noch den Titel Total Wormage und wurde für einen Programmierwettbewerb entwickelt. Den Wettbewerb hat jedoch ein anderer Titel gewonnen.

 

22. It came from the Desert (1989)

It came from the Desert

Bei dem Titel It came from the Desert bedient sich Cinemaware gekonnt an Horrorfilmen der 50er und 60er Jahre. In der amerikanischen Kleinstadt Lizard Breath, welche natürlich gefühlt am Ende der Welt liegt, gehen seltsame Dinge vor, nachdem in der Nähe ein Meteorit eingeschlagen ist. Nur um Verwechslungen vor vorn herein auszuschließen: Es wurde niemand entführt und auch hat Dr. Fred seine Hände nicht mit im Spiel. Stattdessen schlüpft der Spieler in die Rolle von Dr. Greg Bradley, welcher den Meteoriteneinschlag und die merkwürdigen Vorkommnisse untersuchen soll. Mehr wollen wir an dieser Stelle aber auch nicht verraten.

It came from the Desert weiß von Anfang an zu beeindrucken. Das Intro wirkt wie der Vorspann von einem Film und die Stimme, welche die Story erzählen ist glasklar und ohne Verzerrungen zu hören. Derartiges findet man auf dem Amiga nicht so oft. Der Sound bleibt übrigens das ganze Spiel über erste Klasse. Viele Szenen haben ihre eigenen, teils ziemlich gruseligen Melodien, welche sehr gut zum Spielgeschehen passen. Die Grafik ist wirklich erstklassig und sehr farbenfroh. Leider gibt es teils ein ziemlich starkes ruckeln, weil eben auch der Amiga seine Grenzen hat.

Es fällt ein wenig schwer It came from the Desert direkt einem Genre zuordnen. Das Spiel verfügt über Elemente von einem Strategie-, Adventure- und Action-Spiel zugleich. Die einzelnen Genres sind dabei sehr gut miteinander verflochten. Der Schwierigkeitsgrad ist äußerst moderat gestaltet, so dass man Zeit hat sich an das Spielgeschehen zu gewöhnen.

Trivia
Achtung, Spoiler voraus: In Command & Conquer: Alarmstufe Rot, gibt es vier geheime Missionen, namens „It came from Red Alert“. In den Missionen muss der Spieler mit seinen Einheiten gegen riesige Ameisen antreten.

 

21. Xenon 2: Megablast (1989)

Xenon 2: Megablast

Bei Xenon 2: Megablast handelt es sich um einen astreinen vertikal scrollenden Weltraum-Shooter. Horden feindlicher Angreifer müssen bei diesem Titel der Bitmap Brothers abgeschossen werden und am Schluss eines Levels wartet ein Endgegner. Durch Geld, welches man durch das Zerstören von Angreifern erhält, kann man Upgrades für das eigene Raumschiff kaufen. Neben Upgrades, welche sich übrigens auch kombinieren lassen, kann man beispielsweise auch Extraleben kaufen. Oft finden sich Upgrades allerdings auch direkt in einem Level und müssen nur eingesammelt werden.

Der Story zur Folge bewacht jeder der Endgegner eine Bombe, welche es zu entschärfen gilt. Ist der Endgegner zerstört, ist gleichzeitig auch die Bombe des jeweiligen Levels entschärft. Eigentlich also fast einfacher als gedacht. Zumindest dann, wenn man in die richtigen Upgrades investiert hat.

Besonderheiten gibt es bei Xenon 2 außer den bereits erwähnten Power-Ups noch diverse weitere. So ist es zum Beispiel möglich, dass man mit seinem Schiff in eine Sackgasse fliegt. Ist man bei anderem Spielen des Genres nun um ein Leben ärmer, da man zwangsläufig irgendwo zerschellt, ist das bei Xenon 2 nicht so. Das Raumschiff kann nämlich auch rückwärts fliegen und entsprechend scrollt das Level dann auch rückwärts und man kann einfach wieder aus der Sackgasse herausnavigieren.

Die Grafik von Xenon 2: Megablast ist sehr detailreich gestaltet. Während die ersten Level mitsamt ihren Gegnern noch eher ein organisches Design aufweisen, geht dies später in ein mechanisches Design über. Die Steuerung reagiert sehr gut und schnell, weswegen man das Raumschiff immer unter Kontrolle hat. Der Soundtrack ist erstklassig und gehört definitiv zur ersten Liga. Insgesamt gesehen also ein sehr guter Titel für den Amiga, bei dem man auch als bisher Xenon-unerfahrener-Spieler auf Anhieb zurecht kommt.

Trivia
Der Titelsong heißt Megablast von Bomb the Bass. Der Track erschien auf dem Album Into the Dragon. Bei dem Song handelt es sich um eine überarbeitete Variante des Titelsongs von John Carpenters Film Assault – Anschlag bei Nacht aus dem Jahr 1976.

 

20. OutRun (1988)

OutRun

Beim Rennspiel OutRun steuert der Spieler einen (natürlich roten) Ferrari über insgesamt 15 Strecken. Dabei sieht der Spieler das Geschehen von einer etwas erhöhten Perspektive hinter dem Sportwagen aus. Die Strecken sind kurvenreich und hügelig als auch voll von weiteren Gefahren, die den Spieler auf seinem Highspeed-Trip ausbremsen können. Daher sind schnelle Reaktionen gefragt. Denn wer findet sich schon gerne im Heck eines anderen Fahrzeugs wieder? Am Ende eines jeden Streckenabschnitts befindet sich eine Gabelung, an welcher der Spieler entscheiden kann, welche Strecke er als nächstes fährt. Insgesamt muss der Spieler fünf Streckenabschnitte meistern, um ans Ziel zu kommen. Dabei ist die Zeit der Gegner des Spielers.

OutRun lockt den Spieler mit gutem Sound aus dem Autoradio und einer schnellen und farbenfrohen Grafik. Zwar weiß die Grafik der Arcadeversion noch ein bisschen besser zu gefallen, aber auch die Grafik auf dem Amiga ist gut. Mit etwas Übung ist das Spiel gut zu beherrschen und man kann schnell in die hinteren Streckenabschnitte vordringen. Leider etwas zu schnell, denn der Schwierigkeitsgrad hätte ein bisschen anspruchsvoller sein können. Alternativ wären natürlich auch weitere anspruchvollere Strecken gut gewesen. Dennoch macht es Spaß mit 300 Sachen über die Straße zu brettern. Auch die Musikstücke, welche man über das Autoradio abspielen kann sind sehr gelungen und haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Ein netter Gag ist, dass wenn man einen größeren Crash baut, sich der Ferrari überschlägt. Dabei fliegt man samt attraktiver Beifahrerin aus dem Carbio. Zu allem Übel bekommt man dann als Fahrer wegen des kleinen Malheurs auch noch die Handtasche der Beifahrerin übergebraten.

Trivia
Für den Commodore 64 gab es eine Special Edition für die Datasette. Dem Spiel lag in dieser Edition auch eine normale Audiokassette bei, auf welcher die Tracks des Spiels waren.

 

19. Lotus III: The Ultimate Challenge (1992)

Lotus III: The Ultimate Challenge

Autorennen für den Amiga gibt’s fast wie Sand am Meer. Sucht man eines, bei dem man einen Lotus Esprit fahren kann, kommt man auf dem Amiga an den drei Teilen der Lotus-Serie nicht vorbei. Wir haben uns zwar hier den dritten Teil der Serie gekrallt, aber gut sind alle drei Spiele. Entwickelt wurden die Spiele der Lotus-Spieleserie von Magnetic Fields, der Vertrieb erfolgte durch Gremlin Graphics. Neben einer ordentlichen Spielegrafik die (wie das ganze Spielprinzip) vergleichbar mit OutRun von Sega ist, bietet das Spiel einen sehr guten Soundtrack. Wie auch bei OutRun sieht man als Spieler das Geschehen von einem Punkt etwas erhöht hinter dem Fahrzeug.

Besonderes Highlight von Lotus III: The Ultimate Challenge ist allerdings der Splitscreen-Modus, bei dem zwei Spieler gegeneinander Rennen fahren können. Der Spielspass liegt hier verglichen mit dem Singleplayer-Modus, welcher natürlich auch vorhanden ist, in einer anderen Dimension. Allerdings hat auch der Singleplayer-Modus seine Daseinsberechtigung. Hier kann der Spieler sein Können gegen die 19 vom Computer gesteuerten Gegner messen.

Zu gefallen weiß auch der Racing Environment Construction System genannte Streckeneditor. Anhand von verschiedenen einstellbaren Parametern wie Wetter, Häufigkeit von Kurven oder Straßenbeschaffenheit, lässt sich in Handumdrehen ein neuer Kurs generieren. Verschiedene Strecken gibt es also quasi in unbegrenzter Menge.

Alles in allem bietet Lotus III: The Ultimate Challenge ein sehr gutes Spieleerlebnis, leider fehlt dem dritten Teil der Serie die Möglichkeit auch zu viert zu spielen. Dies war beim zweiten Teil mittels zweier Amiga-Computer und einen Nullmodemkabel möglich. Hat man zwar wahrscheinlich eher selten genutzt, ein nettes Features war es dennoch.

Trivia
Der Racing Environment Construction System genannte Streckeneditor, welcher laut Spieleverpackung drei Trillionen verschiedene Rennstrecken erstellen kann, sollte eigentlich als Add-On Disk für den Vorgänger Lotus Turbo Challenge 2 erschienen.

 

18. Pirates! (1990)

Pirates!

Bei Pirates! schlüpft der Spieler in die Rolle des Kapitäns eines kleinen Schiffes. Der Titel spielt in der Karibik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Entwickelt wurde das Spiel, welches als eine Mischung aus Wirtschaftssimulation und Echtzeit-Strategiespiel beschrieben werden kann, übrigens von Sid Meier und seiner Firma MicroProse. Beides keine Unbekannten.

Der Spieler kann wählen, ob er ein berüchtigter Pirat werden will, sich strikt an Aufträge einzelner Nationen hält, lieber versteckte Schätze sucht oder um die Hand einer hübschen Gouverneurstochter anhält. Natürlich sind auch Vermischungen nach Belieben möglich. Wenn zufällig eine Schatzgaleone vorbeisegelt, kann sich der Pirat manchmal eben nicht halten. Natürlich gibt es auch noch weitere Schwerpunkte auf die man sich konzentrieren kann, wie zum Beispiel vermisste Familienmitglieder zu finden und wiederzuvereinen. Nebenbei kann man natürlich in guter Piratenmanier auch Schiffe und Städte überfallen oder auch ganz friedlich Handel treiben.

Der Spieler kann frei entscheiden, auf welche Stadt er als nächstes Kurs nimmt oder wie lange er sich auf See aufhält, um vorbeisegelnden Schiffen aufzulauern. Zu Beginn muss man allerdings zunächst seine Crew vergrößern, neue, größere und bessere Schiffe erobern und das Waffenarsenal auf Vordermann bringen. Ansonsten endet man schnell als Kanonenfutter, wenn man sich an größere Schiffe wagt. Verschiedene Schwierigkeitsgrade manchen das Spiel zudem interessanter und man kann sich langsam an die gehobenen Schwierigkeitsgrade herantasten. Zudem kann man zwischen verschiedenen Epochen wählen, in denen man seine Karriere starten will. Dies hat unter anderem Einfluss darauf, wie viele Siedlungen existieren und wie stark die einzelnen Nationen vertreten sind.

Die Grafik des Spiels hübsch ist anzusehen, wenn auch kein absolutes Highlight. Das ist aber wie bei anderen Spielen von Sid Meier auch gar nicht nötig. Pirates! zieht den Spieler dennoch schnell in seinen Bann, denn das Spiel hat andere Qualitäten. Der Sound und die stimmungsvolle Musik gehen in Ordnung. Die Gewitter sind nach einiger Zeit allerdings soundtechnisch etwas gewöhnungsbedürftig.

Das Spiel lebt vor allem von seiner großen Welt, die es zu erforschen gilt als auch von der Dynamik und Offenheit des Spielgeschehens. Kein Spiel ähnelt daher dem anderen und der Spieler beeinflusst aktiv die Spielwelt. Nur ein Beispiel von vielen: Erobert man eine Stadt kann man festlegen, welcher Nation die Stadt nun angehört. Somit kann sich der Einflussbereich der einzelnen Nationen in der Karibik verschieben. Aber auch abseits vom Spieler entwickelt sich die Spielwelt weiter. Stundenlanger Spielspaß ist somit garantiert und wie bei vielen Spielen von Micro Prose hat auch Pirates! einen gewissen Suchtfaktor.

Trivia
Dem Spiel lag eine Karte bei, in welcher alle Städte, die der Spieler ansteuern kann eingezeichnet sind. Die Jahreszahl auf der Karte verrät das Gründungsjahr der jeweiligen Siedlung, so dass der Spieler weiß, ab welchem Jahr er der Stadt einen Besuch abstatten kann.

 

17. Sim City (1989)

Sim City

Auch auf dem Amiga konnte man sich als Bürgermeister in Sim City ausleben. Grafisch gut und farbenfroh, allerdings nicht herausragend, kommt Sim City auf dem Amiga daher. Herausragende Grafik hat das Spiel aber auch auf anderen Systemen nicht zu bieten. Das braucht Sim City allerdings auch gar nicht. Jeder der einmal eine Version von Sim City gespielt hat, weiß warum. Wenn man das Spiel nicht mag, liegt das meist nicht an der Grafik, daher würden wir sie mal als zweckmäßig beschreiben.

Das Spiel war auf Anhieb ein Erfolg und sehr populär und zählt daher zu den großen Klassikern, die man gespielt haben muss. Die komplexe Simulation hat viele Stärken und es macht einfach Spaß, seine Stadt als Bürgermeister wachsen zu sehen. Zahlreiche Specials wie die allseits bekannten Umweltkatastrophen oder die Szenarios erhöhen den Suchtfaktor zusätzlich. Der Sound ist leider nicht so ausgreift, dass er es mit den anderen Größen auf dem Amiga aufnehmen könnte. Die Steuerung mit der Maus klappt dafür aber problemlos und auch das Gameplay ist sehr gut.

Mit Sim City hat Maxis einen Klassiker auf den Amiga gebracht, der hohes Suchtpotential mit sich bringt und auch heute noch gut gespielt werden kann. Lediglich der Sound trübt das Spielerlebnis ein wenig. Dieser kann aber natürlich auch abgestellt werden, ohne dass man etwas vom Spiel verpasst.

Trivia
Die erste Version von Sim City war eigentlich schon 1985 fertig. Es fand sich allerdings kein Publisher der das Spiel veröffentlichen wollte, da das Spielprinzip zu ungewöhnlich war und das Spiel kein klares Ziel hatte. Aus dem Grund gründeten Will Wright und Jeff Braun mit Maxis ihre eigene Firma, um das Spiel zu veröffentlichen.

 

16. Space Quest III: The Pirates of Pestulon (1989)

Space Quest III: The Pirates of Pestulon

Die Handlung des dritten Teils der Space Quest-Serie ist noch lustiger und mit mehr Satire vollgestopft als es bei den vorherigen Teilen der Fall war. Auch wenn die Story des Weltraumadventures nun vielleicht nicht mehr ganz so taufrisch ist, wie noch beim ersten Teil von Space Quest. Der Hausmeister Roger Wilco hat dieses Mal die Aufgabe einige Programmierer zu finden, welche von Weltraumpiraten gefangen gehalten werden. Ja, wie gesagt, nicht ganz taufrisch. Aber darüber schauen wir mal wohlwollend hinweg und helfen Roger Wilco dennoch auf seiner Mission.

Die Grafik orientiert sich 1 zu 1 an der EGA-Grafik der PC Ausgabe des Spiels und ist quasi nicht unterscheidbar. Das trifft auch auf die Animationen zu. Dennoch ist die Grafik nicht etwa schlecht, sondern eigentlich ziemlich hübsch gezeichnet. Also gute obere Mittelklasse. Der Amiga hätte aber sicher noch Luft nach oben gehabt. Der Sound von Space Quest III ist einem Amiga immerhin zumindest in Teilen würdig. Das war bei den Vorgängern leider nicht immer der Fall. Hier hat der dritte Teil deutliche Pluspunkte sammeln können. Auch wenn nicht alle Sounds im dritten Teil glänzen, sind die meisten doch zumindest hörenswert, teils aber etwas zu piepsig. Besonders der Titelsong während des Intro weiß zu gefallen.

Das Gameplay ist mit vielen humorgeladenen Szenen gespickt. Auch einige Actionszenen haben ihren Weg in das Adventure gefunden. In typischer Sierra-Manier wird auch Roger Wilco in Space Quest III wieder über den Textparser gesteuert. Point-and-Click gab es bei Sierra On-Line als das Spiel entwickelt wurde noch nicht. Manch einer mag das negativ auslegen, für manche allerdings macht genau das der Charme der alten Sierra-Spiele aus. Insgesamt betrachtet ein gutes Spiel für den Amiga, welches für einige Lacher gut ist, wenn einem denn der Humor der Programmierer liegt. Uns konnte der Titel auf jeden Fall überzeugen.

Trivia
Wenn man im Monolith Burger die Big Belcher Combo isst, findet Roger Wilco das Menü offensichtlich so gut, dass er sich die Sache kurze Zeit später nochmal durch den Kopf gehen.

 

15. Maniac Mansion (1989)

Maniac Mansion

Nachdem das Spiel Maniac Mansion zuvor unter anderem schon auf dem Commodore 64 und dem PC für Furore gesorgt hatte, durfte ab 1989 auch auf dem Amiga das Anwesen der Edisons erkundet werden. Die Story des Adventures ist fast schon Allgemeinwissen, daher halten wir es an dieser Stelle kurz: Die Freundin von Dave wurde entführt und muss aus den Klauen des verrückten Fred Edison gerettet werden, welcher in einem Tollhaus, eben dem Maniac Mansion, lebt. Leider hat auch noch etwas anderes dort eine neue Heimat gefunden.

In typischer Lucasfilm Games-Manier lässt sich das Point-and-Click Adventure einfach bedienen. Speichern ist wie immer bei den Adventures von Lucasfilm jederzeit möglich. Grafisch sind kaum Unterschiede zwischen der Amiga- und der EGA-PC-Version zu erkennen. Die Grafik ist durchaus solide, allerdings jetzt nicht herausragend. Zweckmäßig trifft es wohl am besten. Ob das jetzt für den Amiga oder für die EGA-Grafik des PCs spricht, liegt im Auge des Betrachters. Hübsch anzusehen ist die Grafik allemal. Zudem vermitteln zahlreiche Cut-Scenes den Fortgang des Spiels. Zu jener Zeit noch eine Besonderheit. Auch wurde nicht am Humor gespart. Je nachdem für welche Teammitglieder man sich entscheidet, lassen sich manche Gegenstände verwenden oder auch nicht. Damit ergeben sich auch abhängig von gewählten Teammitgliedern die das Tollhaus erkunden andere Lösungswege.

Auszusetzen gibt es am Spiels eigentlich nichts. Im Gegenteil: Viele Elemente des Spiels sind noch heute in anderen Spielen präsent oder Allgemeinwissen geworden. Wer hat nicht stundenlang das Benzin für die Kettensäge gesucht oder die Garage in Schutt und Asche gelegt? Oder ganz nebenbei eine kleine, fast unbedeutende Explosion ausgelöst, weil man ausversehen die Kühlung des Reaktors abgedreht hat? Wenn man etwas negatives Sucht, dann vielleicht noch am ehesten, dass man sich im Spiel in Sackgassen rätseln kann, aus denen man nicht mehr herauskommt. Maniac Mansion bietet trotz seinen Alters sehr viel zu entdecken und macht auch heute noch eine Menge Spaß. Daher darf das Spiel auch in unserer Bestenliste natürlich nicht fehlen.

Trivia
Wie bei Sierra Adventures üblich, gibt es auch bei Maniac Mansion von Lucasfilm Games diverse Möglichkeiten, dass ein Mitglied des Teams stirbt.

 

14. Wings of Fury (1990)

Wings of Fury

Bei Wings of Fury steuert man als Pilot eine amerikanische F6F Hellcat und startet von seinem Flugzeugträger aus, der im Pazifik unterwegs ist. Das Spielziel ist es, die japanische Übermacht unschädlich zu machen. Dabei gilt es mit dem Maschinengewehr gegnerische Flugzeuge vom Himmel zu holen (bevor sie den eigenen Flieger zerlegen), Inseln zu bombardieren, mittels Torpedos Schiffe zu versenken und mit Raketen Bunker zu knacken.

So fliegt man also mit seinem kleinen Flugzeug los und versucht ein Schiff nach dem anderen zu versenken oder eine Insel nach der anderen unschädlich zu machen. Klingt einfacher als es ist, denn der Gegner ist eine echt harte Nuss. So bekommt man schnell Besuch in Form von japanischen Abfangjägern. Fliegt man zu tief über eine von Japanern besetzte Insel, wird man unter Beschuss genommen. Gleiches gilt, wenn man sich zu Nahe an gegnerische Schiffe heranwagt. Und bekanntlich fliegt es sich mit einem durchlöcherten Flieger nicht ganz so gut.

Um die Beladung des eigenen Flugzeugs zu wechseln und zum Beispiel Raketen statt Bomben an Bord zu nehmen, nachzuladen oder den Flieger reparieren zu lassen muss man wieder auf dem Flugzeugträger landen, was etwas Übung bedarf. Generell benötigt man in seiner Rolle als Pilot etwas Übung um den Flieger unter Kontrolle zu haben und ihn nicht ausversehen in den Sandstrand zu bohren oder in einem Palmenwald zu parken. Hier spricht man aus Erfahrung. Die Steuerung ist leider etwas schwerfällig aber bei weitem nicht so komplex wie bei anderen Flugsimulationen und daher schnell gelernt. Hat das eigene Flugzeug etwas zu viel gegnerische Kugeln geschnuppert, gilt es schnell zum eigenen Flugzuträger zurückzukehren und die Kiste reparieren zu lassen, bevor es unkontrolliert abwärts geht. Das Spiel ist relativ zeitintensiv und schwer. Man benötigt einiges an Zeit, wenn man eine Insel neutralisieren will, da man öfters zurück zum Flugzeugträger muss um seine Bewaffnung wieder aufzufüllen oder von Bomben auf Raketen zu wechseln um zum Beispiel Bunker zu knacken.

Wichtig zu erwähnen, dass es sich bei Wings of Fury um keine super-akkurate Simulation handelt, wie man es vielleicht von anderen Flugsimulatoren kennt. Das Spielgeschehen sieht man nämlich stets nur von der Seite und in 2D. Lediglich am unteren Bildschirmrand gibt es eine kleine Ansicht, die das Geschehn aus sich der Piloten zeigt. Diese ist besonders beim Dogfight oder beim Abwerfen von Torpedos hilfreich. Sicher wäre auf dem Amiga auch eine bessere bzw. realistischere Grafik möglich gewesen. Aber das braucht das Spiel gar nicht. Der Spielspass ist gut und die Grafik farbenfroh und sehr hübsch anzusehen. Die Animationen der Flugzeuge wissen zu gefallen, die Schiffe sind detailreich dargestellt und das pazifische Flair ist zu erkennen.

Das Spiel wurde übrigens durch die damalige BPjS indiziert. Die Indizierung verjährte nach 25 Jahren und so wurde Ende Januar 2017 das Spiele wieder von der Liste der indizierten Spiele genommen.

Trivia
Durch Cheats ist es möglich die sonst limitierten Ressourcen des Flugzeugs per Tastendruck wieder aufzufüllen. Dadurch muss man nicht ständig zum Flugzeugträger zurückkehren um aufzutanken oder nachzuladen, was durchaus Nerven schonen kann.

 

13. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Das Graphic Adventure (1989)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Das Graphic Adventure

Das auf dem gleichnamigen Film basierende Adventure Indiana Jones und der letzte Kreuzzug wurde 1989 von Lucasfilm Games auch für den Commodore Amiga veröffentlicht. Neben dem fast schon obligatorischen Kopierschutz bei Spielen von Lucasfilm Games lag außer den drei Datenträgern auch noch das sogenannte Graltagebuch in der Packung. Letzeres hilft dem Spieler dabei mehr Hintergrundinfomationen zu bekommen und das Spiel somit leichter zu lösen. Wobei es sich dabei nicht um ein wirkliches Lösungsbuch handelt. Durch die im Buch befindlichen Hintergrundinformationen wird aber das ein oder andere Rätsel leichter lösbar.

Die Grafik entspricht jener der EGA-Version für den PC. Abgesehen davon, das die VGA-Version für den PC natürlich etwas hübscher ist, befindet sich die Grafik durchaus auf dem Niveau der Zeit. Auch die Animationen sind durchaus gelungen. Ebenso die Cut-Scenes, welche Geschnisse im Spiel erzählen. Sicher merkt man im Vergleich zum Nachfolger Fate of Atlantis bezüglich der Grafik einen Unterschied. Das Spiel erschien aber auch erst drei Jahre später. Bei der Musik und den Soundeffekten fällt vor allem der Indy-Soundtrack während des Intros positiv auf. Die musikalische Untermalung im Spiel ist eher durchschnittlich. Dabei sticht die Hintergrundmusik, welche erklingt während Indy auf Reisen ist und die Karte angezeigt wird positiv heraus.

Wie gesagt ist die Story des Spiels nahe an die des Films angelehnt, genehmigt jedoch teils einige Ausreißer. Auch gibt es die Möglichkeit das Spiel auf verschiedene Arten zu beenden. Ebenso gibt es für einige der Rätsel, die es im Spiel zu lösen gilt, verschiedene Lösungmöglichkeiten. Zudem kann der Spieler bei diesem Lucasfilm Games Titel das Spiel verlieren wenn Indy stirbt. Möglichkeiten dazu gibt es mehr als genug.

Spielt man Indiana Jones und der letzte Kreuzzug ist man, auch wenn man den Film kennt, längere Zeit mit den Rätseln beschäftigt. Zudem hat das Spiel einige Actionelemente, in denen Indy auch die Fäuste benutzen muss um weiter zu kommen. Spätestens hier hilft dann das Vorwissen aus dem Film auch nicht mehr weiter. Daher ist das Spiel keinesfalls langweilig, nur weil man den Film gesehen hat. Der Spielspass ist durchweg hoch und der ein oder andere Lacher ist gegeben. Teils sind die Rätsel knackig und man ist gut beraten, öfters zu Speichern um im Falle eines ungewollten Ablebens auf das Savegame zurückgreifen zu können.

Trivia
Die Credits des Spiels sind so programmiert, dass die Namen drei wichtigsten Entwickler des Spiels in einer zufälligen Reihenfolge angezeigt werden.

 

12. Turrican 3: Payment Day (1993)

Turrican 3: Payment Day

Eigentlich wurde die Entwicklung für Turrican 3 mit dem Ziel gestartet, das Spiel auf dem Sega Mega Drive herauszubringen. Eine Veröffentlichung auf dem Amiga hielt man zunächst nicht mehr für wirtschaftlich genug. Glücklicherweise fand hier ein Umdenken statt und Turrican 3 erschien sogar etwa ein Jahr vor dem Mega Drive Release auf dem Amiga.

Wie bei allen Teilen der Turrican-Serie, handelt es sich auch beim dritten Teil um ein Spiel des Run-and-Gun Genres. Der Spieler steuert eine Figur (die seit dem zweiten Teil Bren McGuire heißt) durch eine in alle Richtungen scrollende Welt. Natürlich gibt es auch in diesem Teil wieder genügend versteckte Boni und Extraleben, sowie riesige Level.

Die Grafik gefällt uns noch besser, als bei den beiden vorherigen Teilen von Turrican. Dazu tragen auch die detailierten Hintergrundgrafiken ein ordentliches Stück bei. Egal, ob ein von schweren Wolken verhangerer Himmel über einer Metropole oder ein eher organischer Hintergrund. Die grafische Umsetzung ist durchweg sehr gut. Natürlich dürfen wir auch die größe der Endgegner und deren Design hier nicht vergessen. Leider gibts es ab und zu einen kleinen Ruckler oder ein Flimmern von Grafiken, was besonders bei den Wasserelementen auffällt. Beides allerdings nicht dramatisch. Insgesamt kämpft sich der Spieler übrigens durch 15 Levels, welche auf drei Welten verteilt sind.

Die Musik stammt Chris Hülsbeck himself. Zusätzlich gibt es auch wieder die Sprachausgabe. Damit ist dazu eigentlich bereits alles gesagt. Nur ein noch: Man kann die Musiktitel auch alle im Menü anhören, falls einem der Weg in die höheren Level nicht gelingen mag. Das Gameplay ist wie man es von Turrican kennt, rasant und verlangt vom Spieler schnelle Reaktionen. Der Schwierigkeitsgrad ist anspruchsvoll, weswegen man sich erst mal mit dem Titel warmspielen muss. Ingesamt jedenfalls ein Titel, der auf keinem Amiga fehlen darf.

Trivia
Auf dem Aufdruck der Diskette von Turrican 3 wurde als Untertitel durch ein Versehen jener des Vorgängers genannt: The Final Fight.

 

11. Wings (1990)

Wings

Der Flugsimulator Wings aus dem Hause Cinemaware wurde im Jahr 1990 für den Amiga veröffentlicht. Im Spiel findet sich der Spieler in der Rolle eines alliierten Piloten im Ersten Weltkrieg wieder. Für atmosphärische Dichte ist ordentlich gesorgt. Die einzelnen Missionen sind nämlich durch ein Tagebuch miteinander verknüpft. Dabei werden die Ziele der Einsätze geschickt mit geschichtlichen Ereignissen verflochten.

Neben den fast schon obligatorischen Dogfights im klassischen Stile eines Flugsimulators, kann man bei Wings auch Bombardierungs-Einsätze in der 2D-Perspektive absolvieren. Zudem gibt es Tiefflug-Angriffe, welche in der isometrischen Perspektive dargestellt werden. Besonders die Grafik der isometrischen Darstellung kann sofort überzeugen. Die Grafik während der Dogfights geht in Ordnung, ist allerdings nicht bahnbrechend. Je nachdem wie gut man einen Einsatz abgeschlossen hat, geht’s mit der militärischen Karriere steil Berg auf oder eben auch nicht. Dabei gibt es über 200 Missionen zu überstehen. Mehr als ausreichend also.

Die Grafik des Spiels ist sehr farbenfroh, detailliert und hat auf dem Amiga Bestnoten verdient. Auch am Sound gibt es nichts auszusetzen. Hat man den Bogen erstmal raus und seinen Flieger im Griff könnte das Spiel vielleicht noch etwas mehr Abwechslung bieten. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau. Wenn man das Spiel schlecht machen möchte, könnte man behaupten, es bestehe nur aus einer Reihe von Minigames.

Trivia
Im Jahr 2012 startete Cinemaware den Versuch eine Remastered Version von Wings! über Kickstarter zu finanzieren. Ziel der Kickstarter-Kampagne war es, mindestens 350.000 Dollar zu sammeln. Die Kampagne war allerdings nicht erfolgreich und es wurden nur rund 50.000 Dollar eingesammelt. Bei einem weiteren Finanzierungsversuch im November 2013 wurde das Ziel dann erreicht. Wings! Remastered wurde am 27. Oktober 2014 veröffentlicht.

 

10. Rainbow Islands (1990)

Rainbow Islands
Der Nachfolger des allseits bekannten Spiels Bubble Bobble trägt auf dem Amiga den Namen Rainbow Islands und nicht etwa Bubble Bobble 2, wie man hätte vermuten können. Neben dem Amiga wurde das Spiel auch auf zahlreichen weiteren Konsolen und Heimcomputern umgestetzt. Insgesamt verfügt das Spiel über sieben Inseln mit je vier Leveln, welche der Spieler entweder alleine oder im 2-Player Modus meistern muss. Der 2-Player Modus lässt die Spieler allerdings leider nur nacheinander antreten und nicht gleichzeitig. Auf jeder Insel gilt es zudem noch einen Endgegner aus dem Weg zu räumen.

Mit Hilfe kleiner Regenbogen, welche die vom Spieler gesteuerten Figuren lassen sich Gegner unschädlich machen. Wie bei Bubble Bobble verlieren die so besiegten Gegner dann Gegenstände, welche der Spieler einsammeln kann. Die Grafik von Rainbow Island sticht förmlich ins Auge. Die Sprites sind sehr bunt und farbenfroh. Ein gewisser Knuddel-Faktor ist bei diesem Spiel ebenso wie beim Vorgänger inklusive. Das Scrolling funktioniert ohne Makel und auch die musikalische Untermalung kann sich durchaus sehen lassen. Technisch kann man an diesem Titel nichts bemängeln.

Das Spiel hält sich auf dem Amiga recht Name an der originalen Arcade-Fassung, sowohl was die Grafik als auch die Anzahl der Levels anbelangt. Hier wurde bei der Commodore 64 beispielsweise gekürzt und das Spiel hat einige Level weniger. Kennt man den Vorgänger und mag ihn oder ist spielt man generell gerne Geschicklichkeitsspiele, so muss Rainbow Islands einfach ein Teil der eigenen Sammlung sein.

Trivia
Auch wenn Spielemagazine schon Mitte 1989 Kopien von Rainbow Islands für die Erstellung von Testberichten erhalten haben, so dauerte es noch bis ins Jahr 1990 bis das Spiel veröffentlicht wurde. Grund waren Unstimmigkeiten darüber, wer die Rechte zur Veröffentlichung des Titels auf dem Amiga und dem Atari ST besitzt.

 

9. Syndicate (1993)

Syndicate

Mit Syndicate brachte Bullfrog 1993 einen futuristisches Echtzeitstrategiespiel auf den Amiga. Ziel des Spiel ist es, die Macht des eigenen Syndikats auszubauen. Dabei gilt es die in einzelnen Gebiete aufgeilte Welt nach und nach den anderen Syndikaten streitig zu machen. Dabei geht man nicht gerade zimperlich vor. So steuert man seine eigenen Agenten durch eine noch unter fremder Kontrolle stehende Stadt und löscht in dieser mit Waffengewalt die Agenten des gegnerischen Syndikats aus. Dies geschieht in einer hübschen isometrischen Ansicht.

Ist ein Gebiet erobert kann sich der Spieler über neue Steuereinnahmen freuen. Diese Einnahmen nutzt man um die eigenen Cyborgagenten mit neuen Waffen und Implantaten auszurüsten oder für die Forschung. Die Eroberungszüge durch fremde Gefilde steuert der Spieler dabei in Echtzeit mit der Maus. Die Möglichkeit beispielsweise die eigenen Agenten mit Autos oder der Straßenbahn fahren zu lassen ermöglichen taktische Finessen.

Leider ist das Scrolling etwas ruckelig, allerdings entschädigt die hübsche 3D-Grafik für vieles. Auch die Gestaltung der Menüs im Spiel ist außergewöhnlich und hebt den Titel heraus. Nette Gimmicks wie die Möglichkeit aus fahrenden Autos herauszuschießen ist natürlich Stilecht für ein Agentenkommando. Die Soundeffekte sind ebenso wie die düstere Titelmelodie gelungen. Allesamt ein sehr guter Titel für den Amiga. Kleiner Wehrmutstropfen: Wer die MS-DOS Variante von Syndicate gespielt hat, wird von der Amiga-Version nicht begeistert sein, fielen doch einige Spielelemente den Limitierungen des Amigas zum Opfer.

Trivia
In der deutschen Fassung des Spiels wurde (wie bei vielen anderen Spielen auch) das Blut entfernt.

 

8. Sensible Soccer (1992)

Sensible Soccer

Sensible Software veröffentlichte 1992 mit Sensible Soccer die erste Fußballsimulation unter eigenem Namen. Zuvor hatte man bei Sensible Software bereits mit dem für Microprose entwickelten MicroProse Soccer gezeigt, dass man weiß wo das Tor steht. In unserer Bestenliste gewinnt Sensible Software damit sogar die Meisterschaft, was die Sportspiele angeht.

Charakteristisch für Sensible Soccer ist die Draufsicht auf einen Fussballplatz, sowie die kleinen Spieler, welche das Spiel mit einem gewissen Wuselfaktor ausstatteten. Durch die Vogelperspektive sieht der Spieler immer nur einen Teil des Spielfelds. Dieser ist aber ausreichend groß bemessen, so dass die Übersicht dennoch gegeben ist. Zudem ist funktioniert das Scrolling butterweich, dass man hier nichts bemängeln kann.

Der Spieler kann zwischen fast unzähligen Mannschaften diverser Nationen wählen. Die Mannschaften lassen sich zudem auch nach eigenem Gusto verändern. Beispielsweise lassen sich Spieler umbenennen oder deren Haarschopf anpassen. Ein Mehrspielermodus ist natürlich inklusive und bringt den Spielspass auf einen neuen Level, welches man beim Spielen gegen den Computer nicht erreicht. Die Platzierung in unserer Bestenliste, hat das Spiel daher vor allem dem Mehrspielermodus zu verdanken. Diverse nett gemachte Extras, wie der von der Außenlinie aufs Feld brüllende Trainer oder die Sanitruppe, runden das Spiel ab.

Die Steuerung der Spieler ist gut gelungen, wobei man immer den ballführenden Spieler steuert. Dennoch ist die Steuerung nicht ganz einfach und anspruchsvollere Dribblings benötigen etwas Übung. Das liegt auch daran, dass die Spielgeschwindigkeit recht hoch ist. Daher bricht als Anfänger hier schnell mal Hektik aus. Die Grafik ist sicher keine Offenbarung, aber auch nicht schlecht und nett anzusehen. Sie passt vor allem defintiv zum Gameplay des Spiels. Selbiges gilt für den Sound. Die Fangesänge im Stadion sind ganz nett anzuführen und auch das Mitfiebern des Publikums bei Torraumszenen ist gut getroffen.

Trivia
Die Ansicht von oben mit den kleinen Männchen wurde zu einem Markenzeichen von Sensible Software in den frühen 1990er Jahren. Der Grafikstil wurde erstmals in einem unveröffentlichten Spiel namens Sensible Olympics verwendet, welches eigentlich zu den Olympischen Spielen 1992 hätte veröffentlicht werden sollen.

 

7. Lemmings (1991)

Lemmings

Zu den Lemmingen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, was nicht schon duzende Male gesagt worden wäre. Die kleinen Geschöpfe mit grünen Haaren und blauem Dress wuselten nicht nur auf dem Amiga Anfang der 90er Jahre über fast jeden Bildschirm. Der von DMA Design entwickelte und von Psygnosis vertriebene Titel führte auf zahlreichen Systemen die Charts der meistverkauften Spiele an.

Das Spielprinzip ist dabei recht simpel. Der Spieler muss den bis zu 100 Lemmingen dabei helfen, vom Eingang des Levels wohlbehalten zum Ausgang zu gelangen. Dabei gilt es mittels Aktionen, zu welchen man die Lemminge anweisen kann, zahlreiche Hindernisse zu überwinden. So kann man zum Beispiel einen Lemming mit der Aufgabe betrauen, eine Brücke über einen Abgrund zu bauen. Währenddessen hält ein weiterer Lemming auf Anweisung des Spielers die restliche Meute davon ab, in den Abgrund zu stürzen solange die Brücke noch nicht fertiggestellt ist. Bei diesen Aktionen spielt vor allem auch immer das richtige Timing eine wichtige Rolle. Gibt man dem Befehl zum Brückenbau beispielsweise zu früh, ist die Brücke nachher vielleicht zu kurz geraten, was für den Fortbestand der Lemminge nichts Gutes verheißt. Gibt man den Befehl hingegen zu spät, ist der dafür vorgesehene Lemming schon selbst Opfer des Abgrunds geworden.

Grafisch und soundtechnisch ist Lemmings sicherlich kein herausragendes Highlight, egal auf welchem System man den Titel startet. Beides braucht es an dieser Stelle aber auch nicht. Das Gameplay von Lemmings überzeugt auch so und die nett animierten und gestalteten Lemminge haben nicht umsonst noch eine große Fangemeinde. Ein Passwort-System bringt zudem die Möglichkeit Levels zu überspringen, falls man sich an einem Level ohne Erfolg duie Zähne ausgebissen hat.

Trivia
Eine Arcade-Version von Lemmings existierte bereits als Prototyp. Die Umsetzung wurde 1991 von Data East entwickelt, allerdings wurde der Automat nie veröffentlicht.

 

6. Turrican II: The Final Fight (1991)

Turrican II: The Final Fight

Das Licht der Welt erblickte das Run-and-Gun Spiel Turrican urspünglich 1990 auf dem Commodore 64. Seinen wahren Höhepunkt erreicht die Serie allerdings mit der Veröffentlichung von Turrican II für den Amiga. Für die besondere Note des Spiels sorgten unter anderem Manfred Trenz und Chris Hülsbeck. Seiner Zeit markierte das Spiel den quasi Standard für Run-and-Gun Spiele, an welchem sich andere Spiel des Genres zu messen hatten.

Insgesamt zwölf Level müssen in Turrican II durchquert werden. Dabei ist der Bleigehalt der Luft stets stark erhöht. Unzählige Gegner versuchen dem Spieler das Leben schwer zu machen. Grafisch ist das Spiel sehr farbenfroh gestaltet und verlangt dem Amiga einiges ab. Auch die teils sehr großen Endgegner sind sehr nett anzusehen. Power-Ups dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen. Dass der Soundtrack von Chris Hülsbeck seinen Teil dazu beiträgt, den Spieler in den Bann zu ziehen muss wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden. Aber auch der Schwierigkeitsgrad hat es in sich. Hierzu tragen auch einige nicht besonders faire Stelle in den Leveln bei. Zudem sind schnelle Reflexe beim Spieler gefragt. Zwar gibt es sicherlich auch noch schwere Shooter, leicht zu meistern ist Turrican II aber auf keinen Fall. An die Steuerung muss man sich erst gewöhnen. Hat man den Bogen aber einmal raus, stellt die Steuerung kein Problem dar.

Trivia
Anlässlich einer Computermesse in Köln präsentierte Factor 5 im Jahr 1991 eine Demo des Spiels. Allerdings waren nur 900 Kopien verfügbar, was zu wenig für die sehr große Nachfrage war. Es kam zu tumultartigen Szenen bei denen zwei Menschen verletzt wurden.

 

5. Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge (1991)

Monkey Island 2: LeChuck's Revenge

Schneller als von manch einem erwartet bekam The Secret of Monkey Island einen Nachfolger. Monkey Island 2: LeChucks Revenge setzte auf die bewährten Elemente vom ersten Teil und schickte den Spieler wieder auf ein Abenteuer in die Karibik. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, zu Beginn des Spiels zwischen einer leichteren Variante und der normalen, also schwereren Variante des Spiels zu wählen. Erste Variante bietet dem Spieler weniger und leichtere Rätsel und ist somit einfacher zu lösen. Dieses Mal ist Guybrush auf der Suche nach dem legendären Schatz Big Whoop und hat nebenbei wieder allerlei Ärger am Hals.

Auch wenn Monkey Island 2 vieles gut oder besser macht, als der erste Teil der Serie um den Geisterpiraten LeChuck und Guybrush Threepwood, macht das Spiel auch vieles anders. Anders muss allerdings nicht immer unbedingt besser sein, weswegen es in dieser Topliste nicht an den ersten Teil von Monkey Island herankommt. Besonders das Ende des Spiels sorgte damals bei vielen Fans für Irritationen, andere hielten es für genial. Womit wir eigentlich auch schon beim einzigen Punkt sind, den man bei Monkey Island 2: LeChucks Revenge wirklich kritisieren kann. Entweder man liebt das Ende des Spiels oder man mag es nicht.

Neu gegenüber dem ersten Teil der Serie ist unter anderem auch, dass Inventargegenstände als Grafiken angezeigt werden und nicht mehr als reiner Text. Natürlich wurde auch die Grafik nochmals etwas aufgepeppt und kommt, wie schon bei The Secret of Monkey Island, sehr farbenfroh daher. Die Grafik greift zudem sehr gut die Stimmung des Spielsgeschehens auf. Kombiniert mit guten, kniffligen und oftmals auch lustigen Rätseln landet das Spiel in dieser Bestenliste trotz besagter Punkte weit vorne.

Trivia
Monkey Island 2 war das erste Spiel, welches unter dem Marke LucasArts veröffentlicht wurde. Die vorherigen Spiele erschienen alle noch unter der Marke Lucasfilm Games. Entsprechend war Monkey Island 2 auch das erste Spiel, bei welchem an zu Beginn das neue Logo von LucasArts zu sehen bekommt.

 

4. Indiana Jones and the Fate of Atlantis (1992)

Indiana Jones and the Fate of Atlantis

Nach seinem Videospielauftritt in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, begibt sich Dr. Jones auf dem Amiga im Point-and-Click Adventure Indiana Jones and the Fate of Atlantis auf die Suche nach dem versunkenen Atlantis. Anders als der Vorgänger basiert Fate of Atlantis oder oftmals auch nur Indy 4 genannt nicht auf einer Filmvorlage. Die Amiga-Version stieß mit elf Disketten an die Grenzen des Amiga 500 und war (leider) das letzte LucasArts-Adventure, welches auf dieses System portiert wurde. Nichtsdestotrotz zählt dieses Abenteuer von Dr. Jones auch auf dem Amiga zu den Spielen, die man unbedingt gespielt haben muss. Bekanntlich feierte der Titel vor allem auf dem PC sehr große Erfolge.

Sehr schöne Grafiken, gute Musik, vor allem natürlich der Indy-Titelsong, sowie knackige Rätsel sichern dem Spiel einen Platz in unseren Top 25. Auch erwähnenswert ist, dass es drei verschiedene Wege gibt, das Spiel erfolgreich zu beenden. Je nachdem, ob man mehr der Teamplayer ist, auf Action steht oder gerne Rätsel löst, kann man sich im Spiel für eine entsprechende Ausprägung des Spiels entscheiden. Zudem kann man auch die anderen Wege das Spiel zu beenden ausprobieren, wenn man es beispielsweise auf einem Weg erfolgreich absolviert, aber noch nicht genug hat.

Natürlich ist auch die Story des Spiels extrem gut und spielt mit vielen Mythen um Atlantis. Diese Mythen werden zudem geschickt mit realen Lokationen und Ereignissen verwoben, so dass eine Story herauskommt, die es mit vielen Kinofilmen aufnehmen könnte. Der Titel bietet dem Spieler viele detailiert gestaltete Schauplätze, die es zu besuchen gilt. Wie auch andere LucasArts Adventure kann auch dieser Titel mit vielen humorvollen Dialogen aufwarten, welche dem Spieler das ein oder andere Schmunzeln abringen, während man sich mit Indiana Jones und seiner Begleitung Sophia Hapgood auf die Suche nach Atlantis macht.

Trivia
Das Spiel erschien gleichzeitig mit dem Titel Indiana Jones and the Fate of Atlantis: The Action Game. Letztgenanntes kam allerdings nie an die Popularität des Adventures heran, auch wenn sich die Stories der beiden Spiele ähneln.

 

3. Dune II: Kampf um Arrakis (1993)

Dune II: Kampf um Arrakis

Das von den Westwood Studios 1993 veröffentlichte Echtzeit-Strategiespiel mit dem Titel Dune II: Kampf um Arrakis gilt als Meilenstein des Genres. Neben dem PC macht der Titel auch auf dem Commodore Amiga eine sehr gute Figur. Der Vorläufer von Command & Conquer bringt bereits viele Eigenschaften mit, welche Command & Conquer zum Megahit werden ließen. So gehören der Stützpunktbau, das losschicken von Sammlern um das Gewürz Melange zu sammeln, die Produktion von Einheiten als auch die Zerstörung von gegnerischen Basen bereits bei Dune II zum Spielgeschehen.

Kurz noch ein paar Worte zur Story. Der Spieler hat die Möglichkeit, im Namen dreier verschiedener sogenannter Häuser um die Herrschaft über den Wüstenplaneten Arrakis zu kämpfen. Womit auch schon der Titel der Spiels erklärt wäre. Zur Auswahl stehen die Häuser der Atreides und der Harkonnen, sowie das Haus der Ordos. Die verschiedenen Fraktionen, welche bei Dune II eben Häuser genannt werden, haben teils unterschiedliche Stärken. Das Spiel erlaubt es, mit jedem Haus den Sieg zu erringen. Dabei unterscheiden sich die Missionen der einzelnen Häuser, was für länger andauernden Spielspaß sorgt.

Dune II weiß auf dem Amiga zu beeindrucken, was neben dem Spielspaß auch an der gelungenen deutschen Übersetzung liegt. Die Geschwindigkeit ist passabel, die Grafik und der Sound mit der Version für den PC vergleichbar. Allerdings muss man bei der Steuerung ein paar kleine Abstriche machen. Diese ist noch nicht so ausgereift wie bei späteren Strategiespielen von Westwood. So muss man beispielsweise Einheiten noch einzeln bewegen. Eine Gruppierung ist noch nicht möglich. Dennoch alles in allem ein sehr guten Titel, der auf keinem Amiga fehlen darf und für viele Stunden zu unterhalten weiss.

Trivia
Der Computergegner bei Dune II schummelt. Zwar hat der Computergegner nicht unendlich viel Geld und man kann seine Wirtschaft aushungern. Er erhält aber in einigen Situationen unter anderem ein Geldgeschenk, so bekommt er zum Beispiel Geld wenn eines seiner Gebäude zerstört wird.

 

2. Die Siedler (1993)

Die Siedler

Im Jahr 1993 wuselten sich die Siedler aus der deutschen Softwareschmiede Bluebyte auf den Commodore Amiga zum Megahit. Erst ein Jahr später erschien der Titel die Siedler dann auch auf dem PC unter MS-DOS, was dem Erfolg des Strategiespiels keinen Abbruch tat. Das Spiel kommt auf dem Amiga auf drei Disketten daher und konnte auf der Festplatte installiert werden. Neben 30 Missionen kann man das Spiel auch in einer Art offenem Modus gegen bis zu drei weitere Computergegner spielen.

Vereinfacht gesagt geht es bei den Siedlern darum, eine eigene mittelalterliche Wirtschaft zu errichten, Krieger auszubilden und das Land des Gegners zu erobern. Eine Besonderheit ist, neben dem Demo-Modus bei welchem man dem Computer beim siedeln zusehen kann, die Möglichkeit, mit einem anderen Mitspieler gegeneinander oder zusammen zu spielen. Hierbei kommt eine Splitscreenansicht zum Einsatz. Diese ist zwar aufgrund der Bildschirmgröße etwas eingeschränkt, was aber nach ein paar Minuten spielen nicht mehr weiters stört. Nicht, dass der Spielmodus gegen den Computer schon genug Spielspass bietet. Durch den Mehrspielermodus wird dieser nochmals erheblich gesteigert und wärmstens zu empfehlen.

Hat man erst einmal sein Schloss in die farbenfrohe Landschaft gebaut, so geht es los mit der Errichtung der eigenen Wirtschaft. Holzfäller, Sägewerk, Steinmetz, Goldschmelze um nur einige zu nennen, dürfen dabei nicht fehlen. Hierbei gilt es auch immer die Abhängigkeiten der einzelnen Wirtschaftszweige bzw. die Warenkreisläufe zu beachten und die entsprechenden Gebäude durchdacht errichten zu lassen. Natürlich muss man auch ein Netz an Verkehrswegen aufbauen, auf welchen die Siedler Waren von A nach B transportieren. Hierbei gilt es soweit möglich Steigungen zu vermeiden und möglichst direkte Wege zu schaffen, damit die Waren schnell ans Ziel gebracht werden können. Auch Wasserwege können errichtet werden. Ziel des Spiels ist es eine schlagkräftige Armee an Rittern auszubilden um die Gegner in die Knie zu zwingen und deren Ländereien zu erobern.

Trivia
Das Spiel bietet eine Fülle amüsanter Details die es zu entdecken gilt. Legendär ist beispielsweise das Verhalten der Soldaten, wenn ein Gebäude angegriffen wird. Sind die Soldaten ins gegnerische Territorium vorgedrungen und haben ein von feindlichen Soldaten besetztes Wachhaus erreicht, klopfen diese höflich an um den gegnerischen Soldaten aus dem Gebäude und zum Kampf zu bitten.

 

1. The Secret of Monkey Island (1990)

The Secret of Monkey Island

LucasArts (damals noch Lucasfilm Games) feierte mit dem Adventure The Secret of Monkey Island plattformübergreifend große Erfolge, so auch auf dem Commodore Amiga. Die Amiga-Version wurde etwas später als die Umsetzungen für den Atari ST, den Macintosh und den PC veröffentlicht. Verwendet wurden für diese Version die PC-EGA-Spielfiguren mit 16 Farben in Kombination mit den jeweils auf 32 Farben reduzierten PC-VGA-Bildschirmhintergründen. Nicht ganz so schön wie die VGA-PC-Version also, aber dennoch sehr hübsch zeigt sich der Titel auf dem Amiga. Der Soundtrack wurde übrigens von Chris Hülsbeck umgesetzt.

Wie auch andere Point-and-Click Adventures von LucasArts, verwendet auch The Secret of Monkey Island die viel gelobte SCUMM-Engine. Viele der Charaktere der späteren Fortsetzungen der Monkey Island-Serie gaben bereits in The Secret of Monkey Island ihre Debütvorstellung, Guybrush Threepwood (natürlich!), Geisterpirat LeChuck, der gesprächige Schiffsverkäufer Stan oder die angeschmachtete Elaine Marley.

Doch das Spiel bietet noch wesentlich mehr als nur etwas karibisches Flair: Unzählige Gags, welche teilweise inzwischen in urbane Legenden übergegangen sind, eine bunte, detaillierte und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Grafik, verbale Schwertkämpfe, sowie verschiedenste Schauplätze auf karibischen Inseln ziehen den Spieler in ihren Bann. Ganz zu schweigen von den vielen Rätseln, die es zu lösen gilt, um Guybrush Threepwood seinem großen Traum, ein richtiger Pirat zu werden, näherzubringen. Natürlich darf bei so einem Spiel auch eine gehörige Ladung Voodoo nicht fehlen. Maßgeblich beteiligt am Erfolg von The Secret of Monkey Island war der Spielentwickler Ron Gilbert, der auch dem zweiten Teil der Monkey Island-Serie seinen Charme gab.

The Secret of Monkey Island gilt nicht also ohne Grund als Meilenstein der Videospielgeschichte. Das Spiel weiß nicht nur eingefleischte Adventure-Fans, sondern die breite Masse an Spielern zu begeistern. Daher hat das Spiel unangefochten den Platz an der Spitze dieser Bestenliste erobert.

 

Trivia
Ein Gag im Spiel, den viele Spieler als technischen Fehler einstuften, betrifft einen Baumstumpf im Wald auf Mêlée Island. Wenn der Stumpf von Guybrush untersucht wird, stellt er fest, dass ein Loch darin in ein Höhlenlabyrinth führt. Wenn Guybrush nun versucht in den Stumpf zu klettern, fordert das Spiel dazu auf, Diskette #23, #47 und #98 einzulegen. Das Spiel wurde tatsächlich aber lediglich auf 4 oder 8 Disketten vertrieben. In der CD-Version des Spiels ist dieser Scherz nicht mehr vorhanden.

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