Neues Retrobuch: Und dann kam Tetris

Im CSW Verlag ist schon vor ein paar Wochen ein neues Buch mit dem Titel Und dann kam Tetris erschienen. Natürlich ist der Titel schon Grund genug das Buch zu lesen, was dann natürlich auch gleich getan wurde. Dabei ist auch gleich schon vor der eigentlichen Lektüre ein kleiner Fehler unterlaufen… auf dem Cover des Buches steht nämlich etwas kleiner auch noch: Wie Nintendo innerhalb eines Jahrzehnts den Videospielemarkt eroberte. Tja, glatt übersehen und spätestens ab Seite 100 gewundert, warum denn noch nicht einmal Tetris erwähnt wurde. Hey… kann passieren…

Das Buch beginnt mit der Gründung der Firma Atari durch Nolan Bushnell, beschreibt recht anschaulich den Aufstieg der Firma sowie einiger Mitbewerber und führt über den Crashs des Videospielmarktes Anfang der 80er Jahre, unter dem auch Atari schwer zu leiden hatte (und wohl nicht ganz unschuldig daran war) schließlich zu Nintendo. Dabei bedient sich das Buch einer Menge nett zu lesender und teils auch lustiger Anekdoten rund um die Videospielbranche und das Geschäftsgebahren jener Zeit.

Unter anderem durch den Erfolg der Game & Watch-Serie angestachelt, betraut Hiroshi Yamauchi, der damalige Präsident von Nintendo, seinen Schwiegersohn Minoru Arakawa im Jahr 1980 mit der Aufgabe für Nintendo in Nordamerika eine Tochtergesellschaft aufzubauen. Das Buch beschreibt sehr detailiert mit welchen Problemen Arakawa beim Ausbau der Geschäftstätigkeiten in Amerika zu kämpfen hatte und wie die Konkurrenz versuchte Nintendo’s Aufstieg zu verhindern. Hierbei fehlen natürlich auch nicht Anekdoten zu Klassikern der Videospielgeschichte wie Donkey Kong oder den Super Mario Bros.

Einer dieser Klassiker der Videospielgeschichte ist eben auch das Videospiel Tetris, welches dem Buch zum Titel verhalf. Ein Spiel dessen Geschichte das Buch ebenso ausführlich wie detailliert unter die Lupe nimmt. Das Spiel, welches der Russe Alexei Paschitnow während seiner Anstellung bei der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in Moskau programmierte wurde zum Spielball von Firmen, Regierungsorganisationen und schließlich Anlass zahlreicher Rechtsstreitkeiten. Auch hier mischte Nintendo mit, als man sich auf die Suche nach einem Spielehit für den Nintendo Game Boy machte und bei Tetris fündig wurde. Neben der Entstehungsgeschichte und dem Aufstieg von Tetris zum Megahit, beleuchtet das Buch in diesem Teil auch die diversen rechtlichen Verstrickungen und Deals, die es rund um das Spiel gab.

Alles in allem also gewiss kein schlechtes Buch, auch wenn (und das ist dem Malheur mit dem Buchtitel geschuldet) eigentlich ein etwas anderer Inhalt erwartet worden war: Es war eine positive Überraschung, denn Und dann kam Tetris wusste trotzdem zu gefallen. Sicher kennt man die ein oder andere Geschichte aus dem Buch schon aus anderen Quellen. Es gibt aber auch diverse Anekdoten, welche nicht so bekannt sind wie beispielsweise jene, dass Steve Jobs einmal für Atari arbeitete. Das Buch ist für rund 10 Euro im Buchhandel als Print und etwas billiger auch als Ebook zu haben. Kein schlechtes Investment.

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