25 Jahre Nintendo Game Boy – From Japan with Love

Vor genau 25 Jahren, nämlich am 21. April 1989 kam Nintendos inzwischen legendäre tragebare Spielekonsole, der Nintendo Game Boy auf den Markt. Während der Verkauf des grauen Unterhalters in den USA bereits kurz darauf, am 31. Juli 1989 startete, musste man sich in Europa noch bis zum 28. September 1990 gedulden, um das Gerät auch hier erwerben zu können.

Trotz der schon für damalige Zeiten eher beschränkten Hardware wurde der Nintendo Game Boy auch hierzulande rasch zu Verkaufsschlager. Und das obwohl die Konkurrenz von Sega mit dem Game Gear oder Atari mit dem Lynx wesentlich bessere Hardware zu bieten hatte. Der Game Boy hatte im Gegensatz zur Konkurrenz kein Farbdisplay, sondern konnte lediglich eine maximale Auflösung von 160×144 Pixeln in vier Graustufen darstellen. Auch sonst war die Hardware bereits für damalige Verhältnisse alles andere als üppig bemessen. Angetrieben wurde der Game Boy von einem modifizierten 8 Bit Z80 Prozessor mit rund 5Mhz und verfügte darüber hinaus über 8 Kilobyte RAM sowie 8 Kilobyte Video RAM.

Die Batterien des Game Boy hielten normalerweise um die 15 Stunden, was ihm einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffte, manchmal allerdings dennoch nur für wenige Tage reichte. Heutzutage wirkt der Handheld mit seinem Gewicht von ca. 400g inkl. Batterien und seinen Maßen von 148 x 89 x 32 mm eher unhandlich und zu groß. Daran wurde damals allerdings kein Gedanke verschwendet, denn der Game Boy lag einfach gut in der Hand und man konnte damit stundenlang in neue Welten eintauchen. Die Größe machte ihn zudem auch schier unzerstörbar.

Nachdem Nintendo mit den Spielen der Game & Watch-Serie im Handheldbereich und mit dem Nintendo Entertainment System im Heimkonsolenbereich bereits große Erfolge feiern konnte, wusste man bei Nintendo offenbar, dass nicht unbedingt die technischen Details über den Erfolg einer tragbaren Konsole entscheiden würde, sondern deren Gesamtpaket. Gegenüber den Game & Watch Spielen bot der Game Boy den offensichtlichen Vorteil, dass man die Spiele nun auswechseln konnte und nicht ein ganz neues Gerät kaufen musste.

Zu Beginn wurde der Game Boy in Deutschland im Bundle zusammen mit dem Spiel Tetris verkauft, welches dadurch ebenfalls nochmal einen Popularitätsschub erhielt. Auf anderen Systemen wie dem PC war es damals schon gang und gäbe Tetris zu spielen. Durch den Game Boy und die damit verbundene Verbreitung des Titels wurden allerdings ganz neue Käufergruppen erreicht. Weitere Spielehits für den Game Boy zementierten dessen Erfolg. Titel wie Super Mario Land, The Legend of Zelda: Link’s Awakening oder Kirby’s Dream Land sind nur einige prominente Beispiele der schier unendlichen Masse an Spielen für das Gerät.

Bei den Spielen hatte die Konkurrenz oftmals einfach das Nachsehen. Viele der Hits gab es einfach nur für den Game Boy. Neben den von Nintendo selbst produzierten Spielen, sprangen auch immer mehr Hersteller auf den Zug auf und veröffentlichten Spiele für das Gerät. Sicher hatte man damals auch Freunde, die einen Sega Game Gear hatten. Diese standen allerdings vor dem Problem, dass die Anzahl der Leute, mit denen sie zusammen spielen oder Spiele tauschen konnten doch recht limitiert war. Beim Game Boy sah es dagegen ganz anders aus, da einfach fast jeder einen besaß.

Mit im Umfang des ersten Game Boy Bundles, welches hierzulande zu haben war, war auch das Linkkabel enthalten, welches es ermöglichte Game Boys miteinander ohne großen Aufwand oder gar technische Kenntnisse zu koppeln und zum Beispiel Tetris gegeneinander zu spielen. Weiteres sinnvolles Zubehör, wie zum Beispiel ein Ladegerät, über welches man den Game Boy auch an eine Steckdose anschließen konnte war separat erhältlich.

Über Jahre regierte Nintendo mit dem Game Boy den Markt der tragbaren Videospielekonsolen. Nintendos Website ist zu entnehmen, dass man über 150 Millionen Geräte der verschiedenen Game Boy-Serien absetzen konnte. Bisher ein nicht zu übertreffender Wert für eine tragbare Konsole.

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