20 Jahre Doom von id Software

Am 10. Dezember 1993 brachte das Team um John Carmack und John Romero den ersten Teil von Doom, was auf deutsch etwa so viel wie ‚Verdammnis‘ heißt auf den Markt. Ungewöhnlich an dem Titel war für viele Spieler, dass man das Spiel durch die Augen des Protagonisten, eines Space Marine, spielte. 3D Shooter gab es zwar auch schon zuvor, dennoch war das Genre bis dato noch relativ unbekannt und wenig verbreitet. Bereits zuvor machte der Hersteller id Software mit einem 3D Shooter von sich reden, welcher allerdings in Deutschland aus den Regalen verbannt wurde.

Das allein machte aus Doom aber noch nicht, was es heute ist: Eine Legende der Videospiele, die sich durchaus mit anderen Klassikern wie Pac-Man oder Super Mario messen kann, wenn auch in einem gänzlich anderen Genre. Fakt ist, dass das Spiel über unzählige Portierungen, Erweiterungen, Mods und Erben verfügt. Nicht zu vergessen die noch heute bestehenden Fan-Communites. Besonders war auch der Vertrieb von Doom. Die erste des drei Episoden umfassenden Spiels konnte man kostenlos via Shareware beziehen. Um die anderen beiden Episoden spielen zu können, musste man die Vollversion erwerben. Praktischerweise gab es beim Beenden der Shareware-Version entsprechende Hinweise, wie man die Vollversion erwerben konnte. Auch das war nicht neu und bereits von anderen Spielen bekannt, förderte die Verbreitung von Doom doch sehr. Denn, wer die Shareware-Version erst einmal gespielt hatte, musste auch die Vollversion des Spiels haben.

Die Story von Doom handelt von der Union Aerospace Corporation, welche diverse Teleportationsexperimente auf den Marsmonden Phobos und Deimos durchführt. Dabei wird aus versehen ein Portal zu Hölle geöffnet, durch welches Dämonen in die Raumstation auf dem Planeten eindringen und schließlich alle Mitarbeiter, welche sich in der Station befinden entweder töten oder zu Zombies verwandeln. Die Aufgabe des Space Marines, welchen der Spieler steuert ist es nun, die Monster zu erledigen und das Tor zu verschließen.

In Deutschland wurden Doom zudem die Steine der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in den Weg gelegt, sprich das Spiel indiziert. Nachdem das Spiel am 10. Dezember 1993 erschienen war, verschwand es im ersten Halbjahr 1994 schon wieder aus den Läden, was den Mythos Doom noch befeuerte. Grund für die Indizierung, welche inzwischen übrigens aufgehoben wurde, war laut Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien die Gewaltdarstellung, welche für damalige Verhältnisse dank der revolutionären Grafik als sehr realistisch angesehen wurde. Dass man gegen Monster, Kreaturen aus der Hölle und Zombies kämpfte, war dabei wohl nicht von Belang. Inzwischen hat Doom jedoch eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhalten.

Legendär war für viele Spieler auch die Möglichkeit im Netzwerk oder über Nullmodem-Kabel sich im Deathmatch mit bis zu vier anderen Mitspielern zu messen. Auch einen Coop-Modus hatte Doom schon, welcher es erlaubte, gemeinsam auf Dämonenjagd zu gehen und sich durch die Levels zu kämpfen. Zudem hat Doom seinen Spielern eine sehr gute Spieltiefe geboten, welche einen regelrecht in die Situation des Space Marines hineinzog. Dabei war sicherlich die bedrückte Stimmung, welche das Spiel ausstrahlt und der zugehörige Soundtrack, welche zusammen das Spiel sehr unheimlich wirken lassen mit ausschlaggebend. Der Spieler war in jedem Gang eines Levels stehts auf der Hut, da man nie wissen konnte, welche Monster einen hinter der nächsten Biegung erwarten.

Auch einen Film zu Spiel Doom gibt es inzwischen. Er wurde 2005 vom Regisseur Andrzej Bartkowiak verfilmt und erhielt nur mäßige Kritiken. Auch wurde beim Film nur teilweise die Story des zugrundeliegenden Spieles beachtet. So ist der Space Marine im Film zum Beispiel lange Zeit nicht auf sich alleine gestellt.

Es folgte ein zweiter Teil von Doom mit dem Titel Hell on Earth, welcher nahtlos an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen konnte und auf der selben Engine basierte. Inzwischen ist das Genre der 3D Shooter eines der populärsten überhaupt. Doom war wohl mit ein nicht unbedeutender Grund dafür, warum sich das Genre derart entwickelt hat.

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