Super Mario Bros. – Eine Retrospektive

Super Mario Bros. war das Pflichtspiel schlechthin für jeden Besitzer eines Nintendo Entertainment Systems (NES). Die Figur Super Mario wurde, was oftmals nicht bekannt ist, jedoch schon einige Zeit zuvor im Spiel Donkey Kong (1983) ins Leben gerufen und spielte auch in Mario Bros. (ebenfalls 1983), wie die Titel schon vermuten lässt die Hauptrolle. Nintendo veröffentlichte das Spiel Super Mario Bros. am 13. September 1985 in Japan. In Deutschland dauerte es noch bis zum 15. Mai 1987, bis man auch hier das Spiel in den Läden finden konnte. Es zählt mit  über 40 Millionen abgesetzten Einheiten zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten.

Storyline
Die Story von Super Mario Bros. ist relativ einfach gehalten und deswegen auch ziemlich schnell erzählt. Die Klempner Mario und Luigi, die aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn kommen werden zur Hilfe gerufen, nachdem Prinzessin Toadstool zusammen mit ihren Pilzköpfen vom Schildkrötenkönig Bowser entführt worden ist um die Prinzessin zu retten.

Leveldesign
Die Person am NES Controller kann sich am Titelscreen aussuchen, ob sie gerne als Mario oder als Luigi das Abenteuer zur Rettung der Prinzessin Toadstool bestreiten möchte. Wahrscheinlich werden über 95% der Spieler Mario die Treue halten. Außer, dass die Spielfigur anders aussieht ändert dies am Spiel auch nichts. Luigi und Mario verhalten sich von der Steuerung her identisch, keiner der beiden kann z.B. weiter springen oder schneller laufen als der andere. Auch der Prinzessin ist es egal, welcher der beiden Jungs aus Brooklyn sie rettet.

Vor dem Spieler liegen acht verschiedene Welten, die ihrerseits wieder in vier Unterabschnitte unterteilt sind. Der Spieler wird durch die Oberweltlevels, Wasserlevels, Unterweltlevels und durch Bowser’s Burgen geführt. Letztere stehen immer am Ende von vier Unterabschnitten an. Etwas ärgerlich ist, dass das Spiel über keiner Speicher- oder Passwortfunktion verfügt. Das heißt, wer alle seine angesammelten Leben in der Welt 3-4 verspielt, muss wieder ganz von vorne bei Welt 1-1 anfangen. Allerdings muss man auch erwähnen, dass eine Speicherfunktion zu der Zeit als das Spiel auf den Markt kam noch eine Besonderheit für das NES darstellte und nicht gängig war.

Von der fehlenden Speicher- oder Passwortfunktion abgesehen verfügt Super Mario Bros über alle inzwischen klassischen Features eines Sidescroller Jump’n’Runs. Sobald der Spieler 99 Coins eingesammelt hat, winkt ein Extraleben. Meist gut versteckte, grüne Pilze bringen ebenfalls ein Extraleben. Diverse Geheimgänge machen es möglich Welten zu überspringen oder Levels abzukürzen. Sobald man Super Mario Bros. einmal durchgespielt hat, fängt man wieder von vorne in Welt 1-1 an, allerdings warten jetzt wesentlich mehr Gegner auf Mario und Luigi.

Nachdem man die Konsole jedoch, um sich wieder anderen Dingen zu widmen, einmal ausgeschaltet hat, beginnt das Spiel nach dem wieder einschalten dank der fehlenden Speicherfunktion erneut auf normalem Niveau. Es gibt auch keine Möglichkeit das Spiel ohne es erneut zu beenden, in den anspruchsvolleren Modus zu schalten. Schön wäre auch ein Zweispielermodus gewesen, bei dem man gleichzeitig durch die Welten hüpfen kann. Es existiert zwar ein Zweispielermodus, allerdings treten Mario und Luigi hier nacheinander ihr Abenteuer an – Sobald ein Spieler ein Leben verliert, ist der nächste an der Reihe.

Gameplay
Gleich nachdem man den Controller in die Hand genommen und die Konsole eingeschaltet hat, wird man schnell eines feststellen, was zig Millionen Super Mario Bros-Spieler schon festgestellt haben: das Gameplay von Super Mario Bros ist wirklich erstklassig und sucht ihres gleichen.

Gegner besiegt man durch gezielte Sprünge auf den Kopf. Dabei gibt es die Möglichkeit durch diverse Kombinationen, zum Beispiel eine Schildkröte auf eine andere kicken, an extra Punkte zu gelangen. Andere Gegner kann man auch durch das herum kicken von Schildkröten aus dem Weg schaffen. Neben dem platt machen von Gegnern, hält man während des Spiels immer Ausschau nach Coins, denn für hundert eingesammelte Coins winkt ein Extraleben. Da man durch einen Absturz in eine Schlucht oder Feindkontakt schnell mal ein Leben verlieren kann, sind Extraleben immer willkommen.

Zu Beginn des Abenteuers startet man noch als “kleiner” Mario bzw. Luigi. Mario und Luigi können jedoch durch einen Superpilz wachsen und mit Hilfe einer Feuerblume Flammenbälle abschießen oder durch das einsammeln eines Supersterns für kurze Zeit unverwundbar werden. Hat man keinen Superpilz eingesammelt und wird von einem Gegner berührt oder getroffen, so verliert man sofort ein Leben und startet wieder am Anfang eines Levels oder an einem Checkpoint, wenn man schon weit in das Level vorgedrungen ist. Hat man aber schon einen Superpilz oder eine Feuerblume eingesammelt, schrumpft man erst wieder, anstatt gleich ein Leben zu verlieren.

Neben den Superpilzen gibt es wie oben schon kurz erwähnt auch noch grüne Pilze. Bei grünen Pilzen wächst man jedoch nicht, sondern bekommt wie nach dem einsammeln von hundert Coins ein Extraleben. Die grünen Pilze sind jedoch selten und meistens gut versteckt, so dass man sie oftmals nur zufällig findet. Man sollte sich daher merken wo man einmal einen grünen Pilz gefunden hat damit man auch in einem späteren Spiel davon profitieren kann.

Häufiger als auf grüne Pilze stößt man dagegen auf Bonuskammern, in welche man durch das Abtauchen in einige der vielen Röhren gelangt. Die Bonuskammern sind meist reichlich mit Coins gefüllt. Da man die Bonuskammern immer durch einen anderen Ausgang wieder verlässt, als wie man hineingekommen ist, überspringt man manchmal einen Teil des Levels.

Durch Kletterpflanzen, welche sich meistens ebenfalls sehr gut verstecken gelangt man auch in das Himmelreich, in welchem es ebenfalls wie in den Bonuskammern viele Coins zu finden gibt. In manchen Levels trifft man auch auf kleine Trampoline, auf denen Mario seine Sprungkünste beweisen kann. Teils kann man mit Hilfe eins Trampolins an Stellen springen, die sonst nicht erreichbar wären und oftmals den Weg zu einer Bonuskammer oder dem Himmelreich ebnen.

Ab Ende jedes Levels klettert man mit Mario eine Treppe hinauf, von der aus es gilt an einen Fahnenmast zu springen. Je höher man den Fahnenmast zu fassen bekommt, desto mehr Punkte bekommt man. Nach vier Levels, also am Ende jeder Welt gelangt man in eine Burg. Die Burgen sind meistens voll von Fallen und Löchern mit heißer Lava, der man besser nicht zu nahe kommt. Am Ende jeder Burg wird Mario von einem Bowser erwartet, der mit Hämmern um sich wirft. Wird Mario von einem Hammer getroffen passiert das gleiche, wie wenn man einen Gegner berührt. Man schrumpft zunächst wieder und verliert beim zweiten Kontakt ein Leben. Am besten bezwingt man Bowser mit einem großen Sprung über ihn hinweg, um dann auf einen Schalter zu treten, der Bowser in die Lava befördert. Alternativ kann man Bowser auch durch eine Ladung Feuerbälle bezwingen, sofern man zuvor eine Feuerblume eingesammelt hat.

Die Minus Welt
Die “Minus Welt” oder der “Minus Welt Trick” ist ein Programmfehler, welcher es erlaubt in ein Unterwasser-Level zu gelangen, welches nicht endet. Das Level ist das gleiche wie die Welt 2-2, allerdings bringt die Warp-Röhre am Ende des Levels den Spieler nicht wieder ans Festland, sondern zurück zum Anfang des Levels. Das Level wird als Minus Welt bezeichnet, da der Spieler d
ie Welt als "-1" angezeigt bekommt.

Um in die Minus Welt zu gelangen, muss man sich mit Mario am Ende von Welt 1-2 befinden. Um den Trick ausführen zu können, ist es notwendig, dass Mario zuvor einen Pilz eingesammelt hat um Blöcke zerstören zu können. Mario muss sich auf die Röhre am Ende des Levels stellen, welche zurück an die Oberfläche führt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Spielfeld bereits möglichst weit nach rechts gescrollt hat.

Nun muss am oberen Ende des Bildschirms der zweite Block von rechts, welcher sich links neben der Röhre befindet durch Mario zerstört werden. Nachdem Mario den Block zerstört hat, muss er von links gegen den Stein springen, welcher sich rechts neben der neu entstandenen Lücke befindet. Hierbei muss Mario in einem bestimmten Winkel auf den Block treffen. Trifft Mario den Block im richtigen Winkel, rutscht Mario nach rechts durch die Wand. Mario gelangt so in einen neuen Raum. Die rechte und die linke Röhre führen nun zur Minus Welt. Die mittlere Röhre bringt Mario in die Welt 5-1.  Da die Schritte, welche nötig sind um in die Minus Welt zu gelangen etwas schwer zu beschreiben sind, anbei noch ein Video, welches das Vorgehen um in die Minus Welt zu gelangen zeigt.

Selbstbeherrschung pur…
Was bei Super Mario Bros. besonders auffällt ist der sehr hohe "Ich-schmeiss-gleich-den-Controller-an-die-Wand"-Faktor. Bei manchen Levels, vor allem in Burgen verzweifelt man an manchen Stellen beinahe. Besonders dann, wenn weit und breit kein Superpilz in Sicht ist, der einen wieder auf Größe bringt. Spätestens nachdem man zum zehnten Mal in die Lava gefallen ist oder von einem Feuerball getroffen wurde, braucht man starke Nerven.

Noch mehr, wenn man alle seine angehäuften Leben an einer Stelle verspielt hat und einfach nicht weiterkommt. Zum Glück sind im Spiel diverse Abkürzungen versteckt mit denen man, sobald man sie einmal gefunden hat, Welten überspringen kann. Das kommt zwar nicht ganz an den Komfort einer Speicherfunktion heran, erleichtert das vorankommen allerdings dann doch erheblich.

Resumée
Grafisch gesehen war Super Mario Bros. zwar nie herausragend, zumindest aber grundsolide. Diesen kleinen Minuspunkt macht das Spiel durch das sehr gute Gameplay locker wieder wett. Der Soundtrack wird nach einigen längeren Spielen dann doch etwas nervig und man ist dazu geneigt den Fernseher auf lautlos zu stellen um sich nebenher lieber vom Radio berieseln zu lassen.

Zum großen Erfolg des Spiels Super Mario Bros. trug sicherlich bei, dass Nintendo es als Bundle zusammen mit dem Nintendo Entertainment System verkaufte. Dem damals noch jungen Spieledesigner Miyamoto gelang mit diesem inzwischen weltberühmten Titel eine regelrechte Revolution des Jump’n Run Genres, wodurch er sich die Anerkennung der Videospielgemeinde verdiente. Logisch, dass nach dem Erfolg von Super Mario Bros. noch eine beinahe unzählige Anzahl an Nachfolgern, Clones, Remakes und Gastauftritten von Mario folgen musste.

Das Spiel war so beliebt, dass anderen Hersteller nicht umher kamen, das Spiel nachzuahmen und ähnliche Spiele auch für andere Systeme herauszubringen. So erinnert zum Beispiel Giana Sisters für den C64 sehr stark an Super Mario Bros. Auch eine TV-Serie war Anfang der 90er Jahre im Fernsehen zu bestaunen. Kein Wunder, immerhin ist Super Mario Bros. eines der meist verkauften Spiele von Nintendo.

1 Kommentar

  1. Super Mario ist eben ein Meilenstein in der Videospielgeschichte, und das absolut berechtigt. Auch wenn bei mir ebenfalls der Controller tatsächlich mal ein Stückchen weiter geflogen ist, als er eigentlich sollte, will ich mich über die zahllosen Stunden Spaß mit einem damals (und irgendwie auch noch heute) einzigartigen Spielgefühl sicherlich nicht beschweren.

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