Who’s your daddy, Lara Croft? Rick Dangerous!!!

Dieser kleine Rückblick in die späten 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist dem Jump’n Run Rick Dangerous gewidmet, welches viele Gamer einiges an Nerven gekostet hat. Kein Wunder bei einem Spiel mit sehr anspruchsvollem Schwierigkeitsgrad und keiner Möglichkeit zu speichern. Das beste daran: Inzwischen gibt es auch ein Remake in Flash für den Browser sowie einen anderen Remake zum herunterladen für diverse Systeme. Somit lässt sich das Spiel auch heute noch bequem spielen… speichern kann man aber immer noch nicht.

Mehr als ein halbes Jahrzehnt bevor die Firma Core Design durch die Erfindung von Lara Croft und Tomb Raider auf sich aufmerksam machte, hatte das damals noch kleine Entwicklerteam aus England mit dem Actionhelden Rick Dangerous im Jahr 1989 ihren ersten großen Hit vorzuweisen. Das Spiel wurde aufgrund seiner Beliebtheit daher für diverse Systeme wie den Atari ST, den Commodore Amiga, den Commodore 64, MS-DOS, Amstrad CPC und den ZX Spectrum veröffentlicht und stellt grob einen Mix aus Indiana Jones und Montezuma’s Revenge dar.

Gleich zu Beginn des Spiels Rick Dangerous wird der Spieler von einer großen rollenden Felskugel verfolgt. Erinnert uns das nicht an den Anfang von „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“? Nicht nur ein wenig. Rein zufällig ist Rick kurz zuvor mit seinem Flugzeug im Jungle abgestürzt und in einen Tempel geraten, in dem allerlei Eingeborene ihr Unwesen treiben. Auch hier eine kleine Parallele zu Indiana Jones, mal ganz abgesehen vom Outfit von Rick Dangerous.

Zum Glück aber hat Rick Dangerous mehr zu bieten als nur ein billiger Abklatsch von Indiana Jones zu sein. Ist man der Felskugel heil entkommen, so stellt man fest, dass man nun mitten im Tempel ist und es keinen Weg zurück gibt. Somit findet man sich geradewegs im ersten der insgesamt vier Levels wieder, die das Spiel zu bieten hat. Neben dem Tempel im südamerikanischen Jungle verschlägt es Rick Dangerous noch in eine Pyramide in Ägypten, nach Schloss Schwarzendumpf und in eine Raketenbasis. Dazu gilt es allerdings zunächst das erste Level zu überwinden, was sich alles andere als einfach darstellt.

Da es in jedem der Level allerlei Gegner gibt, welche Rick Dangerous ans Leder wollen, hat der Held des Spiels vorgesorgt und seine Pistole sowie Dynamit eingesteckt. Ganz nebenbei lassen sich mit dem Dynamit auch neue Gänge freisprengen, welche sonst blockiert blieben und ein Weiterkommen unmöglich machen. Die Munition der Pistole ist allerdings auf sechs Schuss begrenzt, weswegen man in den Levels nicht wie ein verrückter um sich schießen sollte. Gleiches gilt für das Dynamit. Es finden sich vereinzelt aber auch Munitions- und Dynamitkisten, mit welche man sein Arsenal wieder auffüllen kann.

Apropos, nicht jeder Gegner muss zwangsweise mit Waffengewalt aus dem Weg geräumt werden. Teils kann man Gegner auch einfach umgehen oder mit etwas Geschick in eine Falle locken, womit sich das Thema dann auch erledigt hat. Ein gezielter Schuss ist aber in den meisten Fällen die einfachere Lösung. Es gibt auch die Möglichkeit durch den Einsatz eines Holzstabs die Gegner für einige Sekunden außer Gefecht setzen, was allerdings oftmals nach hinten los geht und den Spieler ein Leben kostet.

Der sowieso schon happige Schwierigkeitsgrad steigt an je weiter man in ein Level vordringt und lässt den Spieler manchmal schier verzweifeln. Hinzu kommt, dass die Steuerung auf zumindest in der PC Variante des Spiels etwas gewöhnungsbedürftig ist, was wohl auch an der originellen Tastenbelegung liegt. Dazu kommt noch, dass die Steuerung der Sprünge noch etwas hätte verbessert werden können. So reagiert die Steuerung beim springen doch etwas träge und nicht immer so wie der Spieler es gerne hätte. Leider fällt einem auch schon nach den ersten paar Runden auf, dass man manchmal Gegner noch gar nicht berührt hatte und dennoch ein Leben verloren hat. Etwas mehr Genauigkeit wäre auch bei den Kollisionsabfrage wünschenswert gewesen.

Eine Speicher- oder Passwortfunktion sucht man bei Rick Dangerous vergeblich. Rick Dangerous ist nun nicht mal eben nichts für Sonntagsspieler. Drum gibt es auch reihenweise verzweifelte Spieler, die nach einer Partie fluchend von dannen ziehen. Verliert man durch zum Beispiel weil man von einem Gegner berührt wurde ein Leben, beginnt man wieder am Anfang des Levelabschnitts. Hinzu kommt, dass es in dem Spiel unzählige Fallen gibt, welche man zuvor allerdings nicht erkennen kann. Das heißt, erst mal rein tappen, ein Leben verlieren und beim nächsten Mal sich daran erinnern, dass dort eine Falle war, welche man tunlichst umgehen sollte.

Rick Dangerous war seiner Zeit zwar kein noch nie da gewesenes Spiel, eher im Gegenteil, kann jedoch unter anderem dank der guten Grafik Punkte sammeln. Zudem hat es einen gewissen Reiz sich immer weiter in die Levels vorzukämpfen und immer tiefer den Tempel oder die Pyramide einzudringen. Das Spiel wurde eigentlich für den C64 entworfen und noch auf Kassetten vertrieben, man hatte sich bei Core Design allerdings die Mühe gemacht und das Spiel auch den grafischen Möglichkeiten des entsprechenden Zielsystems angepasst, was positiv ins Auge fällt.

Wer nun überzeugt ist und sich gerne eine Runde an Rick Dangerous versuchen möchte, kann dies am einfachsten über die Browser-Variante des Spiels tun, welche über folgenden Link zu erreichen ist. Okay, wahrscheinlich gibt es auch noch genug Leute, die das Spiel noch kennen und die man nicht groß überzeugen muss, aber ich lass das jetzt mal so stehen. Die Browser-Variante bietet auch die Möglichkeit, mittels eines Cheats an unendlich Leben und Munition zu gelangen, was das ein oder andere Mal sicherlich hilfreich ist. Den Weg durch die vielen Räume, vorbei an unzähligen Fallen und Gegnern muss man allerdings dennoch selbst finden.

Alternativ gibt es auch noch einen Remake des Spiels für diverse aktuelle Systeme, darunter Linux, Windows, BeOs und einige andere. Diese Variante des Spiels kann man sich von folgender Homepage kostenlos herunterladen. Auch bei dieser Variante von Rick Dangerous gibt es diverse Möglichkeiten cheaten, welche dem Spieler das Leben etwas einfacher machen. Eigentlich sollte man ja nicht gleich auf die Möglichkeiten zu cheaten hinweisen, bei diesem Spiel ist das aber aufgrund des Schwierigkeitsgrades etwas anderes… oder vielleicht liegt’s auch nur daran, dass ich früher das Spiel nie erfolgreich beenden konnte…

Hilfe im Labyrinth der einzelnen Level bietet die Website Rick Dangerous Resurrected, welche zwar schon seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurde, aber dennoch einiges an nützlichen Informationen wie zum Beispiel die kompletten Levelkarten zum Spiel beherbergt.

Falls jemand noch nicht weiß, ob das Spiel nun das richtige für ihn ist oder nicht, kann dieses Video hier eine gewisse Entscheidungshilfe sein. Falls auch das nicht hilft, einfach mal ausprobieren und schauen ob man mit dem Spiel zurecht kommt oder nicht.

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