Mal angezockt: Paperboy für Xbox 360

Kaum einer wird es nicht kennen, den Kultklassiker Paperboy. Daher weiß auch jeder, dass das Leben für einen Zeitungsjungen im Vorstadtgeflecht alles andere als einfach sein kann. Passt man nicht auf, so fliegt man mit seinem Fahrrad schneller als man denkt über ein Auto, wird von angriffslustigen Hund halb aufgefressen oder von einem unaufmerksamen Fußgänger vom Rad geholt. Bei Paperboy führt dies alles zum selben Ergebnis, man ist ein Leben los und oftmals auch ein kleines bisschen frustriert.

Damals im Jahre 1984 kam wohl kaum eine Simulation so realistisch beim Spieler an wie Paperboy. Okay, mag sein, dass manche Dinge in der Realität nicht ganz  so rustikal sind wie beim Spiel Paperboy, aber dennoch. Im Spiel schlüpft man in die Rolle eines Zeitungsjungen und hat die einfach klingende Aufgabe die Abonnenten eines Straßenzuges mit Zeitungen zu beliefern. Dazu schwingt man sich auf sein Fahrrad und wirft die Zeitungen beim Vorbeifahren auf die Fußmatte vor die Haustüre oder auch direkt in den Briefkasten, was allerdings etwas mehr Geschick erfordert. Im Laufe der Zeit sind viele anderen Versionen von Paperboy für die verschiedensten Systeme wie den Commodore 64, den Amiga, den Atari, den Game Boy, das NES oder den Game Gear erschienen.

Auf seinem Weg als Zeitungsjunge kommt man natürlich auch an Häusern von Leuten vorbei, die kein Zeitungsabonnement haben. Kein Grund hier nicht auch aktiv zu werden. Ein paar gut gezielte Würfe und ein paar kaputte Fensterscheiben, umgeworfene Mülleimer oder verwüstete Blumenbeete später lassen manchen Nichtabonnenten ganz schnell zum Gegenteil werden. Dafür kann’s aber auch schnell andersherum gehen. Ein nicht mit einer aktuellen Zeitung versorgter Abonnent reicht postwendend die Kündigung für seine Abonnement ein.

Schon nach den ersten paar Runden auf dem Fahrrad wird man schnell merken, dass Paperboy nicht so einfach zu spielen ist wie es sich zunächst mal anhört. Zumal auch die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig ist und man manchmal seine liebe Mühe und Not hat das Fahrrad auf Kurs zu halten. Mag vielleicht auch daran liegen, dass man das Spiel am Automaten mit einem richtigen Fahrradlenker gesteuert hat. Da geht schon etwas an Charme verloren wenn man statt dessen den Xbox Controller in der Hand hält.

Besonders gut fällt gleich zu Beginn der Sound auf mit dem Paperboy einen beglückt. Dabei handelt es sich um den Sound der Urversion von Paperboy, einige neue Variationen oder Tracks wären allerdings auch nicht schlecht gewesen. Auch wenn man an machen Stellen im Web schon gelesen haben mag, dass das Spiel mit aufgepeppten Grafiken und neuem Sound daher kommt, geht mir dies irgendwie ab. Für mich sieht das Spiel wie ein originales Paperboy aus dem Jahr 1984 aus, welches eben einige Menüs für die Xbox spendiert bekommen hat und sonst aber soweit unverändert geblieben ist.

Dafür sind einige Xbox Live Arcade Features in Paperboy intergiert worden wie Achievements, Leaderboards und die Möglichkeit online zu spielen. Die Achievements sind ganz gut verteilt und man kann einige von ihnen ohne größere Probleme erreichen, während man bei anderen wirklich ganz schön üben muss. Ach ja, und dann wäre da natürlich auch noch das neue Feature zum Onlinespielen mit einen anderen Gamer. Wenn ein Spieler bei einem Onlinematch zu alle Leben verloren hat ist das Spiel für beide vorüber. Es gewinnt dann der Spieler, der die während das Spiel lief meisten Punkte für sich verbuchen konnte. Dann wäre da auch noch der Coop-Modus. Hier lenkt ein Spieler das Bike, während der andere Spieler Zeitungen wirft. Nicht wirklich sonderlich kreativ und entsprechend hält sich dann auch der Spielspaß in Grenzen.

Paperboy ist sicher einer der Klassiker der 80er Jahre und immer noch gut um einige Nostalgiegefühle bei dem einen oder anderen auszulösen. Wer das Spiel noch nicht von seinen Kindheitstagen her kennt wird zwar auch ein ganz unterhaltsames Spiel vorfinden, allerdings ist das Spiel doch eher etwas für die eingeschworene Fangemeinde, da man sich sonst erst an die etwas in die Jahre gekommene Grafik des Spiels gewöhnen muss. Dazu kommt, dass das Spiel dem Spieler viele Fallen stellt, die man nur mit viel Übung umgehen kann. Vorauszusehen sind diese nämlich meistens nicht um man zieht daher öfters mal den kürzeren, wenn man ein Level noch nicht auswendig kennt. Immerhin ist der Preis mit 400 Microsoft Points ganz okay, auch wenn es vielleicht bessere Spiele bei Xbox Live Arcade für diesen Preis erhältlich sind. Zur Einstimmung hier noch die Werbung für Paperboy für das Nintendo Entertainment System.

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